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OpenPOWER Summit: POWER9, Pascal, FPGAs und Open Compute

Die OpenPOWER Foundation hat den Zeitraum der Nvidia-Konferenz GTC für ein eigenes Treffen genutzt und kündigt neue Systeme, Projekte und Werkzeuge an.

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Rackspace-Server Barreleye mit OpenPOWER

Der Barreleye-Server von Rackspace mit OpenPOWER-Prozessoren passt in OCP-Racks nach Spezifikation des Open Compute Project.

(Bild: Rackspace)

Die von IBM mit Partnern wie Google und Nvidia gegründete OpenPOWER Foundation traf sich am Rande der GPU Technology Conference (GTC) von Nvidia im Silicon Valley. Man präsentierte auf dem OpenPOWER Summit 2016 kommende und bereits lieferbare Systeme, neue Ideen und Software-Tools.

Zu den neuen Systemen gehört eine Alpha-Version des OpenPOWER-Servers "Barreleye" von Rackspace, der in das Rack-Format des Open Compute Project (OCP) passt. Der Name Barreleye verweist dabei auf Gespensterfische oder Hochgucker, das sind Tiefseefische mit einem transparenten Kopf: sozusagen "open". Rackspace will jedenfalls im November eine überarbeitete Barreleye-Version an Partner wie Avago, IBM, Ingrasys, Mellanox, PMC und Samsung schicken, die ihre Komponenten beisteuern. Die Idee ist ein OCP-Server mit OpenPOWER und Open Stack.

Bereits lieferbar sind zwei OpenPOWER-Server von Tyan in insgesamt sechs Varianten, jeweils mit der POWER8-Version "Turismo SCM" mit acht oder zehn Kernen und 2,095 bis 3,325 GHz Taktfrequenz. Auch in die Version mit einer Höheneinheit passt bis zu 1 TByte RAM in Form von 32 DDR3L-DIMMs mit je 64 GByte Kapazität auf.

Von IBM gibt es weitere drei OpenPOWER-Systeme; die Power Systems LC mit bis zu 20 Kernen in zwei POWER8-Chips laufen unter Ubuntu, Red Hat oder Suse Linux. Asetek offeriert passend zum S822LC eine Flüssigkeitskühlung, mit der sich die OpenPOWER-Chips auch übertakten lassen.

OpenPOWER Summit 2016 (6 Bilder)

Die des IBM POWER8: Von den 12 Cores sind in OpenPOWER-Systemen bisher nur 8 oder 10 nutzbar.
(Bild: IBM)

Das IBM Power System S812LC mit einem POWER8 SCM ist dabei allerdings wohl von der Hardware her weitgehend identisch mit dem Tyan GT75-BP012. Und das von E4 Computer Engineering angekündigte System E4 OP205 wiederum scheint weitgehend dem IBM Power System S822LC zu entsprechen, das Wistron fertigt. Es ist derzeit kaum zu klären, wie viele unterschiedliche OpenPOWER-Designs tatsächlich existieren.

IBM will jedenfalls die Power-Systems-LC-Reihe um OCP-kompatible Versionen erweitern und im vierten Quartal auch eine zweite HPC-Generation fürs High-Performance Computing vorstellen.

IBM will künftig auch zwei derzeit von Supermicro entwickelte OpenPOWER-Maschinen ins Power-Systems-LC-Portfolio aufnehmen, darunter ein 1-HE-System für zwei Prozessoren. Der vor allem in China aktive Hersteller Inspur plant einen größeren 4-HE-Einschub für zwei OpenPOWER-Chips mit zusammen 64 DIMM- und 12 PCIe-Slots.

Google entwickelt gemeinsam mit Rackspace OpenPOWER-Server mit kommender POWER9-Technik. Sie sollen die 48-Volt-Versorgung nutzen, die Google seinerseits für das OCP freigibt.

Über die schnelle, kohärente NVLINK- beziehungsweise CAPI-Verbindung sollen künftige OpenPOWER-Server mit kommenden Nvidia-Pascal-Rechenbeschleunigern GP100 (Tesla P100) kommunizieren, die mehr als 5 TFlops Double-Precision-Gleitkommaleistung liefern.

Außerdem kommen FPGA-Beschleunigerkarten, vor allem mit Xilinx-Chips. Solche PCIe-Karten haben die Firmen Alpha Data, Bittware und Semptian im Angebot. IBM und Xilinx stellen Programmierern solcher FPGAs jetzt die Cloud-Entwicklungsumgebung SuperVesselOpenPOWER bereit. Sie eignet sich für C, C++ und OpenCL.

(ciw)