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Openmoko legt Smartphone-Entwicklung auf Eis und entlässt Mitarbeiter

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Openmoko, Hersteller des offenen Linux-Smartphones Freerunner (GTA02), hat die Smartphone-Entwicklung auf Eis gelegt. Dies hat ein Firmensprecher jetzt gegenüber heise open bestätigt. Die Entwicklung des Smartphones GTA03 – interne Bezeichnung des Freerunner-Nachfolgers – sei zugunsten eines anderen Projekts offiziell eingestellt worden. Zudem habe es einige Kündigungen und Entlassungen gegeben.

Die Gründe, das Smartphone vorerst nicht weiterzuentwickeln, skizzierte Openmoko-CEO Sean Moss-Pultz am vergangenen Donnerstag in seinem Vortrag (PDF-Datei) auf der OpenExpo in Bern: Mit dem Budget für 2009 habe das Unternehmen nicht annähernd genügend Ressourcen, um neben dem Support für den aktuell verkauften Freerunner noch die Entwicklung von GTA03 weiterzuführen. Außerdem liege man, so Openmoko in seiner Stellungnahme gegenüber heise open, bereits hinter dem für GTA03 gesteckten Zeitplan zurück. Daher habe man sich entschieden, anstelle von GTA03 zunächst ein "Projekt B" umzusetzen. Es handele sich dabei allerdings nicht um ein Smartphone, Details wollte man noch nicht verraten. Von Openmoko war lediglich zu erfahren, dass dieses Projekt mit den vorhandenen Ressourcen gestemmt werden könne.

Endgültig vom Tisch ist ein Nachfolger des Freerunners damit allerdings nicht: Openmoko wolle die Chance nutzen, um eine Forderung der Community nach einer direkteren Beteiligung an der Hardware-Entwicklung zu erfüllen. Bislang hatten die freien Openmoko-Entwickler praktisch keinen Einfluss auf das Hardware-Design. Die Entwickler sollten die in den nächsten Tagen erscheinende Mailing-Liste zu GTA03 beobachten.

Zu den Kündigungen und Entlassungen von Openmoko-Mitarbeitern wollte das Unternehmen bislang keine Stellung nehmen. Moss-Pultz hatte in seinem Vortrag lediglich am Rande erwähnt, dass nach Darlegung der wirtschaftlichen Lage einige Mitarbeiter von sich aus gekündigt hätten, das Unternehmen sich aber auch von einigen weiteren habe trennen müssen. Nach Informationen der Berner Zeitung handelte es sich dabei um fast die Hälfte aller Openmoko-Mitarbeiter. Moss-Pultz versicherte den Zuhörern nur, dass Openmoko auf lange Sicht trotzdem realistische Chancen habe, zu überleben. (mid)