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Operation "Himmel": Kölner Staatsanwalt hat alle Verfahren wegen Kinderpornos eingestellt

In Köln war die groß angelegte Operation Himmel ein Fehlschlag: Die Staatsanwaltschaft Köln hat alle 500 Ermittlungsverfahren wegen Besitzes von Kinderpornografie eingestellt, die im Rahmen der bundesweiten Aktion angestrengt worden waren. Hausdurchsuchungen gab es keine.

"Die Bilder, die wir gesichtet haben, erfüllten nicht die gesetzlichen Voraussetzungen, um als Kinderpornografie zu gelten", erklärt Rainer Wolf, Leiter der zuständigen Abteilung der Kölner Staatsanwaltschaft gegenüber heise online. Die Ermittler hätten neben den Personalien der Verdächtigten auch Angaben darüber erhalten, welche Bilder diese heruntergeladen haben sollen. "Das waren meist Posing-Bilder", erklärt Wolf, zwar seien nackte Kinder zu sehen gewesen, allerdings war kein sexueller Missbrauch abgebildet.

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Ob die Verdächtigen tatsächlich nach solchen Bildern gesucht haben, bezweifelt der Staatsanwalt gegenüber heise online: "Wegen der Kürze der Downloads und der geringen Frequenz können wir nicht von einem gezielten Verschaffen ausgehen", erklärt Wolf. Die Surfer könnten zufällig auf die Seite geraten sein und wussten eventuell nicht, welche Bilder sie herunterluden. Bei der zuständigen Abteilung der Staatsanwaltschaft sind derzeit zirka 1000 Verfahren wegen Verbreitung und Besitzes von Kinderpornografie anhängig. Die Operation Himmel habe aber keine Erkenntnisse geliefert, die etwa eine Hausdurchsuchung rechtfertigten.

Im Zuge der Operation Himmel wurde in Deutschland seit September bundesweit gegen insgesamt 12.000 Verdächtige ermittelt. Dabei waren die Ermittler nur vereinzelt auf Besitzer von Kinderpornografie gestoßen.

Zu der bundesweiten Operation "Himmel" siehe auch:

(Torsten Kleinz) / (Torsten Kleinz) / (vbr)

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