Optisches Warnsystem für Soldaten über Kopplung an das Gehirn

Die Forschungsbehörde des Pentagon will neuronale Prozesse für ein tragbares visuelles System zur Gefahrenerkennung nutzen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 161 Beiträge
Von
  • Florian Rötzer

Die DARPA, die auf Futuristisches setzende Forschungsbehörde des Pentagon, will ein intelligentes, neurotechnologisches Warnsystem entwickeln lassen, das Soldaten mit sich führen können. Sie hat einem vom Rüstungskonzern Northrop Grumman geleiteten Konsortium aus Firmen und Universitätsinstituten den Auftrag zur Entwicklung eines Prototypen erteilt.

Das erwünschte Cognitive Technology Threat Warning System (CT2WS) ist, wie der Name schon vermuten lässt, tatsächlich futuristisch. Dabei geht es darum, Informationen über Sensoren zu sammeln und dem Gehirn zugänglich zu machen, um dann die neuronalen Kapazitäten der Gefahrenentdeckung auszubeuten und der Aufmerksamkeit des Soldaten zugänglich zu machen. Man will also technisch im Gehirn lesen und geht davon aus, dass die unbewussten neuronalen Prozesse schneller und besser möglicherweise gefährliche Veränderungen in der Umgebung entdecken können, als dies der bewussten Aufmerksamkeit der Soldaten möglich ist.

Der Auftrag umfasst die Entwicklung der "ersten Phase" eines optischen Systems für Tag und Nacht, das einen Panorama-Überblick bietet und die Aktivität des menschlichen Gehirns nutzt, "um mögliche Gefahren zu entdecken, zu analysieren und den Soldaten zu warnen". Ziel des CT2WS-Programms sei es, einen technischen Sprung zu machen und einen Durchbruch bei den tragbaren Warnsystemen zu errreichen, die über eine extrem weite Entfernung bei einem großen Gesichtsfeld Ziele entdecken lassen.

Das Konsortium will das bereits von Northrop Grumman ansatzweise entwickelte HORNET-System (Human-aided Optical Recognition/Notification of Elusive Threats) als Grundlage verwenden. Es besteht aus einem Helm, der mit Elektroden die Gehirnwellen erfasst. Ein Programm lernt die neuronalen Reaktionen des Benutzers auf die An- und Abwesenheit möglicher Gefahren und wird weiter verfeinert, um diesen dann auf entsprechende Vorkommnisse hinzuweisen. Damit soll beispielsweise eine unterbrechungslose Beobachtung geschaffen werden, die Soldaten, aber auch Sicherheitskräfte vor Überraschungsangriffen von Gegnern schützen kann, verspricht Michael House, der Leiter des CT2WS-Programms von Northtop Grumman. (fr)