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Oracle arbeitet an Dtrace für Linux

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Oracle will Unterstützung für die von Solaris bekannte Analyse-Software Dtrace in seinen "Unbreakable Enterprise Kernel 2" einbauen, den das Unternehmen wohl einer zukünftigen Version von Oracle Linux, einem Nachbau von Red Hat Enterprise Linux, beilegen will. Das berichten unter anderem The Register und Datamation; sie berufen sich dabei auf eine Folie, die Oracle Chief Corporate Architect Edward Screven in einem Vortrag auf der Oracle OpenWorld 2011 gezeigt hat, die diese Woche stattfindet.

Es wurde nicht bekannt, wie die Linux-Portierung des eigentlich "Dynamic Tracing Facility" genannten Dtrace aussehen soll, das als eine herausragende Funktion neuerer Solaris-Versionen gilt. Laut einem Blog-Eintrag des Dtrace-Miterfinders Adam Leventhal sind bislang auch kaum Details bekannt. Er führt allerdings an, es werde interessant zu beoachten sein, wie Oracle die Lizenzfrage klärt.

Dtrace steht unter der CDDL, die als inkompatibel zur von Linux-Kernel genutzten GPLv2 angesehen wird, daher ist ein Kombinieren oder Austausch nicht so einfach möglich. Durch Doppel-Lizenzierung der Kernel-Komponenten unter der GPLv2 und der CDDL könnte Oracle dieses Problem aus der Welt schaffen, wenn es die Rechte dazu hält. Das Unternehmen könnte auch versuchen, die Lizenzproblematik mit Tricks zu umschiffen – etwa indem es die Dtrace-Unterstützung nicht direkt in den Kernel einbaut, sondern nachinstalliert.

Es wird sich zeigen, welche Auswirkungen Oracles Bemühungen auf den Rest der Linux-Welt hat. Das von Red Hat seit Jahren als Dtrace-Alternative propagierte Systemtap hat sich bislang nicht breit durchsetzen können. Daran war die fehlende Unterstützung im offiziellen Linux-Kernel vermutlich Mitschuld. Die Kernel-Entwickler haben in den vergangenen zwei Jahren die Möglichkeiten zum Tracing der Kernel-Vorgänge aber erheblich ausgebaut; ferner soll das unter anderem von IBM vorangetriebene Uprobes, mit dem sich Userspace-Anwendungen profilieren und analysieren lassen, bald zum Linux-Kernel stoßen. Das könnte die Akzeptanz des Werkzeugs verbessern, da Systemtab einige diese Schnittstellen bereits nutzen kann. (thl)