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Oracle erfüllt Analysten-Erwartungen

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Die Oracle Corporation hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 (31. Mai) einen leichten Umsatzrückgang auf 3,26 Milliarden US-Dollar (7,5 Milliarden Mark/3,8 Milliarden Euro) verbucht gegenüber 3,37 Milliarden Dollar in der Vorjahresvergleichszeit. Der Reingewinn habe 855 Millionen US-Dollar oder 15 Cents je Aktie betragen nach einem Reingewinn von 925,9 Millionen Dollar oder ebenfalls 15 Cents je Aktie im Vorjahresquartal, teilte Oracle mit. Damit erfüllte das Unternehmen die Erwartungen der Wall-Street-Analysten. Nach Gewinnwarnungen war Oracles Aktienkurs seit September um 68 Prozent gefallen, auch während des gestrigen Parketthandels. Nach Bekanntwerden der Geschäftszahlen kehrte sich der Trend allerdings nachbörslich in einen 8,8-prozentigen Anstieg um.

Die Quartalszahlen von Oracle werden als Indikator für die weitere Entwicklung der Software-Industrie gewertet – die Wallstreet zeigte sich insgesamt nicht enthusiastisch, war aber erleichtert über das Ausbleiben der mittlerweile üblichen schlechten Nachrichten.

Maßgeblich dürften Oracles Service-Einnahmen zu dem positiven Ergebnis beigetragen haben; die Software-Verkaufserlöse gingen immerhin um zehn Prozent gegenüber dem vorherigen Quartal zurück. Die Einbußen beim Stammprodukt, Oracles Datenbank, fielen dabei um 4,8 Prozent auf 1,28 Milliarden US-Dollar, dagegen brachen die Einnahmen aus allgemeiner Geschäftssoftware, mit der Oracle zunehmend in Konkurrenz zu SAP tritt, um 24 Prozent auf 338 Millionen US-Dollar ein. Ein weiterer Gesichtspunkt liegt im offenbar erfolgreichen Kostenmanagement des Konzerns, auch wenn Chef Larry Ellison immer noch einräumt, dass weitere Einsparungen möglich seien. "Da ist noch Fett in der Company", erklärte der Oracle-CEO gegenüber US-Medien.

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Software-Konzern seinen Umsatz um sieben Prozent auf 10,9 Milliarden US-Dollar steigern. Die in Redwood Shores (Kalifornien) ansässige Gesellschaft verdiente im Geschäftsjahr 2000/2001 rund 2,6 Milliarden US-Dollar. Das entsprach einer Steigerung um 25 Prozent wenn man die Milliarden-Sondergewinne des Vorjahres ausklammert.

Ellison zeigte sich nach US-Medienberichten optimistisch, dass das Unternehmen bei einer Konjunkturerholung zu den starken Wachstumsraten der Vergangenheit zurückkehren könne. Oracle-Finanzchef Jeff Henley verwies darauf, dass die Konjunktur das Umsatzwachstum verlangsamt habe. Ende April hatte Oracle-Chef Ellison eine Durstrecke in der Software-Branche bis 2002 prognostiziert. (wst)