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Oracle erfüllt zurückgeschraubte Erwartungen

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Oracle hat seine Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal, welches am 28. Februar endete, vorgelegt. Danach fiel der Netto-Gewinn um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr von 763,2 Millionen US-Dollar auf 582,7 Millionen US-Dollar, oder 10 Cent pro Aktie. Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum von 2,45 Milliarden US-Dollar auf jetzt 2,67 Milliarden US-Dollar um 9,2 Prozent an. Erst Anfang März hatte Oracle eine Gewinnwarnung herausgegeben, in der der erwartete Gewinn pro Aktie von 12 auf 10 Cent und der voraussichtliche Umsatzanstieg von 20 auf 9 Prozent nach unten korrigiert wurde. Nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse sank der Aktien-Kurs noch einmal um 1,38 US-Dollar auf 14,69 US-Dollar, weniger als ein Drittel des letzten Jahreshochs von 46 US-Dollar.

Mit diesem Ergebnis hat die Flaute der US-Konjunktur nun auch den Datenbankriesen erreicht. Gerade das Sterben der Dot-com-Firmen macht Oracle besonders zu schaffen. Wenn die Geschäfte allgemein schlecht laufen, scheuen viele Unternehmen neue Investitionen und wirtschaften mit dem, was sie haben, weiter. Eine neue Oracle-Datenbank zu installieren kostet häufig mehrere Millionen Dollar und ein ganzes Team von Betreuern. Oracles Geschäfte stehen und fallen mit der allgemeinen Wirtschaftslage. "Die Wahrheit ist", erklärt Oracle-Cheff Larry Ellison gegenüber Analysten, " wir wissen es nicht. Wir wissen es einfach nicht. Was immer die Wirtschaft tut, tun auch wir." Und so mag selbst Oracles Finanz-Cheff Jeff Henley keine Prognosen für das vierte Quartal abgeben: "Ich habe keine Ahnung, was passieren wird."

Im vierten Quartal des Vorjahres erreichte Oracle einen Gewinn von 15 Cent pro Aktie, jetzt ist man froh, wenn sich dieses Ergebnis 2001 wiederholt. Zuvor hatten Analysten einen Gewinn von 22 Cent pro Aktie erwartet. Die Entscheidung fällt kurz vor Quartalsende, da erfahrungsgemäß erst im Mai die meisten Aufträge abgeschlossen werden. (hag)