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Oracle wirft EU-Kommission einseitige Beurteilung der Sun-Übernahme vor

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Der US-Softwarehersteller Oracle hat der EU-Kommission vorgeworfen, bei der Beurteilung der geplanten Übernahme von Sun Microsystems einseitig vorgegangen zu sein. Sie habe ihr Augenmerk hauptsächlich auf kritische Stellungnahmen von Dritten zu dem Geschäft gerichtet, brachte Oracle gestern zu einer nicht öffentlichen Anhörung in Brüssel vor. Dabei würden viele, wenn nicht die meisten Kunden, die eine Stellungnahme abgegeben haben, die Bedenken der EU-Kommission nicht teilen, berichtet die Financial Times. Die EU-Kommission habe Ansichten von einigen der größten Kunden, darunter General Electric, Fujitsu und Siemens, schlichtweg ignoriert.

Die EU-Kommission hatte im November Bedenken gegen die im April vereinbarte Übernahme von Sun durch Oracle geltend gemacht und eine formale Untersuchung eingeleitet. Ihr geht es dabei hauptsächlich um Bedenken, durch die Übernahme von MySQL, das zu Sun gehört, könnten Kunden mit einem schmaleren Angebot und höheren Preisen konfrontiert werden, wenn Oracle MySQL umstrukturiere oder aufgebe.

Zur Anhörung, die gestern begonnen hat, sollen noch Vertreter von SAP und Microsoft angehört werden. Geplant ist außerdem noch eine Aussage von MySQL-Gründer Monty Widenius. Dieser hatte kürzlich Oracle als Hauptkonkurrent von MySQL bezeichnet und lag damit auf einer Linie mit den Bedenken der EU-Kommission.

Oracle hat gestern laut Wall Street Journal einige Stellungnahmen von Kunden vorgelegt, die meinen, die Sun-Übernahme sei kein Problem oder dass sie andere Möglichkeiten hätten, falls Oracle MySQL fallen lasse. Dabei habe Oracle Vertreter von acht Unternehmen als Rückendeckung mitgebracht. Die EU-Kommission hat bis zum 27. Januar Zeit für eine Entscheidung. Laut Financial Times hat sie signalisiert, dass ihre Bedenken durch Erteilung von Auflagen an Oracle ausgeräumt werden können. (anw)