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Origami und UMPC: Details zum Ultra Mobile PC

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Die Gerüchteküche zu Origami brodelt seit Tagen, auch die erste öffentliche Präsentation vin Intel auf dem gleichzeitig zur CebIT stattfindenden IDF brachte wenig Details zum UMPC (Ultra Mobile PC) ans Licht.

Das ändert sich auf der CeBIT. Dort gibt es seit heute mindestens zwei Exemplare zu sehen. Asus (Halle 2, Stand A12) zeigt in einem Glaskasten einen noch namenlosen Mini-PC, Samsung (Halle 1, Stand B41) präsentiert mehrere lauffähige Exemplare des Q1 getauften Geräts und verrät technische Details. Auf der bereits freigeschalteten Web-Präsenz ist noch ein weiteres Produkt von Founder zu sehen.

Samsung Q1: Ein vollwertiger, wenn auch langsamer PC mit nur 780 Gramm Gewicht.

Bei UMPCs handelt es sich um einen Tablet PC im Kleinstformat mit Touchscreen. Als Prozessor kommt (bei den bisherigen Geräten) die ULV-Version von Intels Celeron M zum Einsatz, als Betriebssystem die Tablet-PC-Edition von Windows XP mit zusätzlicher Software, beispielsweise einer virtuellen Daumentastatur, die sich im Viertelkreis in den beiden unteren Ecken des Displays einblenden lässt.

Die übrige Hardware entstammt dem Subnotebook-Regal. So soll Samsungs Q1 512 MByte Hauptspeicher haben und Intels 915GMS-Chipsatz mit integrierter Grafik nutzen. Eingebaut sind zudem eine 1,8-Zoll-Festplatte, USB 2.0, Audioausgänge, WLAN und Bluetooth. Das 7-Zoll-Display zeigt 800 × 480 Punkte. Die Akkulaufzeit soll bei 3,5 Stunden liegen, ein stärkeres Akkupack erhältlich sein. Das Q1 wiegt laut Samsung 780 Gramm, misst 23 cm × 14 mm und ist etwa 2,6 cm dick. Eine Instant-On-Software erlaubt das Abspielen von Musik und Videos, ohne Windows booten zu müssen. Zum Asus-Gerät waren bislang keine technischen Daten bekannt, es soll aber eine Webcam haben und eines der beiden Ausstellungsstücke hat einen GPS-Empfänger. Die UMPCs sollen in den nächsten Monaten auf den Markt kommen und wohl um 800 Euro kosten.

Asus stattet seine Variante des UMPC mit GPS-Empfänger und Webcam aus.

Welche Komponenten zum Falt-PC gehören, werden Intel und Microsoft wohl im Laufe des Tages bekannt geben. So ist noch unklar, ob ein VGA-Ausgang vorgesehen ist, mit dem sich die UMPCs oder Origami, wie Microsoft sie nennt, als vollwertige, wenn auch langsame PCs nutzen lassen würden.

Insgesamt erscheinen die "Ultra Mobile PCs" ein durchaus interessantes Konzept darzustellen: Zum Surfen im Wohnzimmer oder auf der Terrasse, aber auch für das gelegentliche Anschauen von Filmen geeignet. Ob es für unterwegs als Notebook-Ersatz reicht, wird sich allerdings erst nach ausführlichen Tests herausstellen. Angesichts der angedachten Preise stellt dies aber eine denkbare Option für alle dar, denen der PSP-Bildschirm zum mobilen Surfen zu klein ist.

Einen ähnlichen Ansatz hatte Sony schon vor zwei Jahren mit dem Vaio U verfolgt. Doch Sony verkaufte die Geräte nie in Europa und hat die Baureihe inzwischen eingestellt. Damals verlangte Sony über 1500 Euro für die mit einem nur 5 Zoll großen Display ausgestatteten Geräte, denen zudem die Schrifterkennung der Tablet PCs und die neue Daumentastatur fehlten.

Es gibt aber auch skeptische Stimmen. Die Ultra Mobile PCs sind größer als ein PDA und kleiner als ein Subnotebook, gehören also weder zu der einen noch zu der anderen Kategorie. Natürlich spielt der Preis eine große Rolle, aber wer kann den Kleinen wofür gebrauchen? Erinnert sich noch jemand an die Handheld-PCs, aufklappbare Windows-CE-Geräte mit Tastatur und Querformat-Bildschirm? Den Misserfolg der Kleinen begründeten Branchenkenner damit, dass diese Geräte klassiche "Tweener" sind (vom englischen between), sie stehen zwischen den Gerätekategorien Handheld respektive Notebook und sprechen weder die eine noch die andere Benutzergruppe an. Origami und UMPC sind allerdings allein schon wegen ihrer Hardware und ihres XP-Betriebssystems vielseitiger einsetzbar als die früheren Handheld-PCs. (jow)