Orwell bloggt

Material aus dem persönlichen Tagebuch des Autors von "1984" wird ebenso wie das politische Tagebuch, das er im Spanischen Bürgerkrieg führte, in Form eines Blogs veröffentlicht, in dem jedermann kommentieren kann.

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Von
  • Detlef Borchers

Die Organisatoren des Orwell Prize haben angekündigt, ab dem 9. August die Tagebücher von George Orwell zu veröffentlichen, die dieser vor 70 Jahren wieder zu führen begann. Dabei soll das Material sowohl aus den persönlichen Tagbüchern wie aus den politischen Tagebüchern kommen, die Orwell im Spanischen Bürgerkrieg führte. Die Tagebuchnotizen werden in Form eines Blogs veröffentlicht, in dem jedermann kommentieren kann.

George Orwell verfasste die nun zur Veröffentlichung anstehenden Tagebücher von 1938 bis 1942. Er beendete die Tagebucharbeit, als er mit den ersten Notizen für 1984 begann, einem Roman über das Leben in einem totalitären Überwachungsstaat, der ursprünglich unter dem Titel "Der letzte Mann in Europa" erscheinen sollte. Die Tagebucharbeit selbst war für Orwell nichts Neues. Schon als Kind und Schülerzeitungsjournalist führte er ein "Tagebuch im Kopf", wie er später formulierte. Sein bekanntestes Tagebuch führte Orwell 1936, als er im Auftrag des "Left Book Club" von Victor Gollancz 3 Monate unter Tagelöhnern und Bergleuten lebte. In diesem frühen Dokument der Feldforschung geht es wesentlich härter zu als in dem daraus entstandenen Buch "Der Weg nach Wigan Pier".

"Solange ich lebe und gesund bin, werde ich immer das Antlitz der Erde lieben und meine Freude an handfesten Themen und Schnipseln von unnötiger Information haben", charakterisierte Orwell seine Art, ein Tagebuch zu führen. Erste Auszüge, die die BBC veröffentlichte, bestätigen die Schnippselei des großen Schriftstellers. (Detlef Borchers) / (jk)