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Osiris-Rex: Asteroid Bennu verliert Material

Asteroid Bennu überrascht die Astronomen: Die Oberfläche ist nicht so glatt, wie erwartet. Das erschwert die Vorbereitung der Entnahme einer Bodenprobe.

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Abgestoßene Partikel bei Bennu

(Bild: NASA/Goddard/University of Arizona/Lockheed Martin)

Der Asteroid Bennu hat nicht nur eine deutlich unebenere Oberfläche als vorher angenommen, immer wieder lösen sich auch Brocken, umkreisen den Himmelskörper, nur um dann wieder herunterzufallen. Das haben Forscher dank der NASA-Sonde Osiris-Rex herausgefunden und müssen die Mission nun zum Teil anders ausführen als geplant. So waren sie davon ausgegangen, eine weitgehend ebene Oberfläche mit höchstens einigen größeren Gesteinsbrocken vorzufinden. Das ist aber nicht der Fall und erschwert die Suche nach einem geeigneten Platz, an dem die Sonde Proben entnehmen kann.

(Quelle: NASA/Goddard/University of Arizona)

Zum Jahreswechsel war Osiris-Rex bei ihrem Asteroiden angekommen, dem bislang kleinsten, der von einer Sonde umkreist wurde. Aus diesem Orbit um den wenige Hundert Meter durchmessenden Himmelskörper sollte die Sonde zuerst Details zur Struktur liefern und hochaufgelöste Bilder machen. Neben Erkenntnisse zur Geschichte von Bennu soll damit der ambitionierte Höhepunkt der Mission vorbereitet werden: Im Sommer 2020 soll die Sonde die Oberfläche ganz kurz berühren und Proben aufsaugen. Die sollen dann zur Analyse auf die Erde gebracht werden.

Wie die Forscher nun erklären, hatten sie dafür geplant, ein Areal mit einem Radius von 25 Metern zu finden, in dem keine eventuell gefährlichen Objekte liegen. Aufgrund der unerwarteten Zusammensetzung der Oberfläche haben sie solch ein Gebiet jedoch nicht finden können. Nun werde nach deutlich kleineren Landeorten gesucht. Das Manöver werde deswegen noch einmal deutlich anspruchsvoller und von dem Team werde deshalb ein neuer Ablauf vorbereitet, der auf die kleinere Zielfläche optimiert ist.

Osiris-Rex: Aufnahmen des Asteroiden Bennu (7 Bilder)

(Bild: NASA/Goddard/University of Arizona)

Nicht weniger überraschend war aber auch die Entdeckung von Partikelwolken um den Asteroiden, ergänzen die Forscher. Immer wieder lösen sich demnach Gesteinsbrocken von der Oberfläche und werden ins All geschleudert. Viele verlassen dann das Schwerefeld des Asteroiden, andere umkreisen ihn aber und fallen schließlich wieder auf seine Oberfläche. Für die Sonde bedeuten sie keine Gefahr, beruhigen die Forscher aber. Sie haben außerdem beobachtet, dass die ungleiche Erhitzung und Abkühlung der Oberfläche von Bennu dafür sorgt, dass sich der Asteroid immer schneller dreht. Alle 100 Jahre dauert eine Umdrehung dadurch eine Sekunde weniger. (mho)