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PC-Händler Brunen IT wird an die Bluechip Computer AG verkauft

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Gaben in Wittmund die Übernahme der Brunen IT durch Bluechip bekannt (v.li.): Fred Krull, CFO Brunen, Bluechip-Vorstandsvorsitzender Hubert Wolf und Vorstand Sven Buchheim sowie Brunen-Geschäftsführer Frank Brunen

(Bild: Anzeiger für Harlingerland)

Man kennt sich seit etwa fünf Jahren: Hubert Wolf, Vorstandschef der Bluechip Computer AG im thüringischen Meuselwitz, sowie die Geschäftsführer der Brunen IT Group , Frank Brunen und Fred Krull, aus dem ostfriesischen Wittmund. Denn seit 2005 fertigen die Thüringer das komplette PC-Portfolio für die Brunen IT Service GmbH – mit Ausnahme der Notebooks. Aus der Zusammenarbeit mit dem mittlerweile größten Bluechip-Kunden wird nun eine Übernahme. Bluechip erwirbt die Geschäftsanteile von Brunen und Krull. Oder wie Frank Brunen gegenüber heise resale salopp formuliert: "Jetzt schmeißen wir alles in einen Pott."

Zur Bekanntgabe darüber, dass jetzt alles in einen Pott geworfen werde, reisten Wolf und Bluechip-Prokurist Sven Buchheim am vergangenen Freitag aus dem gut 500 Kilometer entfernten Meuselwitz zu den Kollegen nach Wittmund. Dort stellten die vier Manager schon mal fest, dass die 39 Arbeitsplätze in Ostfriesland erhalten bleiben würden. Und auch die Stadt Wittmund müsse in Zukunft nicht um die Gewerbesteuereinnahmen bangen. Denn der Online-Shop und die Distribution bleiben in Ostfriesland. Die bisherigen Geschäftsführer Brunen und Krull bleiben dem Unternehmen ebenfalls erhalten. Aber: "Ob das sehr viele oder nur ein paar wenige Jahre sein werden, das können wir jetzt noch nicht sagen."

Überhaupt erachtet Brunen die Übernahme der Geschäftsanteile durch Bluechip als wenig berichtenswert: "Das war eigentlich nur für die regionalen Medien wichtig, um unseren Mitarbeitern zu sagen, dass sich für sie nichts ändern wird." Der Thüringer Hersteller und Distributor, der im Geschäftsjahr 2008/2009 einen Umsatz von rund 74 Millionen Euro erwirtschaftete, will die Produktion der Brunen-One-PCs in Meuselwitz und in Aue weiter ausbauen. Davon verspricht sich das Unternehmen eine effizientere Auslastung der Fertigungsanlagen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr steigerte Bluechip die Produktionsquote schon mal um etwa 27 Prozent auf knapp 62.000 Geräte. Allerdings überwiegend Desktop-PCs. Denn der Absatz der eigenen Notebooks war mit rund 2000 Geräten gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig, was das Unternehmen vor allem darauf zurückführt, dass man nur "begrenzt am Preiskampf" teilgenommen habe. Im Zuge der Übernahme hoffen die Beteiligten auf eine deutliche Absatzsteigerung sowohl von Desktop-Geräten wie auch Notebooks. Das von Bluechip-Vorstand Wolf ursprünglich angepeilte Umsatzziel für 2009/2010 von 77 Millionen Euro soll um ein Vielfaches übertroffen werden.

Dass Bluechip die Brunen-Anteile übernehmen wird, sei das Ergebnis "einer offenen Diskussion über langfristige Perspektiven für beide Unternehmen" gewesen, wie Brunen feststellt. Dabei sind beide Partner aufeinander zugegangen. "Theoretisch", so Brunen, "wäre es auch möglich gewesen, dass wir jemanden kaufen." Auf jeden Fall versteht er den Deal als eine notwendige Entwicklung, "die auf immer mehr Unternehmen in dieser Branche zukommen wird, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten." Wesentlich dabei sei aber, dass man auf gleicher Augenhöhe verhandle und dass erfolgreiche Marken wie die Brunen-Marke One und Geschäftsbereiche wie das Endkundengeschäft erhalten bleiben. Darüber hinaus wird in Wittmund auch künftig die Großhandelsparte fortgeführt. "Wir bleiben auch nach der Übernahme Kunde der Bluechip", betont Frank Brunen, der sich zuletzt als vehementer Kämpfer gegen die Urheberechtsabgaben auf PCs hervorgetan hatte. (map)