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PC-Version von Rise of the Tomb Raider: Die schärfste Lara Croft

Am 28. Januar erscheint die PC-Version von Rise of the Tomb Raider. Sie besticht durch tolle Grafik und flüssige Bildraten. Allerdings gibt es auch ein paar Probleme. heise online hat die PC-Version angetestet.

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Lara Croft

Lara Croft sieht auf dem PC einfach besser aus. Mit der richtigen Grafikkarte läuft das Spiel sogar in 4K.

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Rise of the Tomb Raider (deutsch) (PC)
Rise of the Tomb Raider (deutsch) (PC) ab € 19,99

Zweieinhalb Monate nach der XBox-One-Fassung (Kurztest auf ct.de) erscheint am 28. Januar die (digitale) PC-Version von Rise of the Tomb Raider, einen Tag später auch die Ladenversion. heise online hat das fertige Spiel bereits angespielt und durchgemessen.

Im Vergleich zur Konsolenversion bietet die PC-Fassung eine sichtbar bessere Grafik, dazu bleibt die Darstellung auch in actionreichen Szenen flüssig. Mit einer ausreichend leistungsfähigen Grafikkarte (ab 500 Euro) turnt Lara Croft sogar in 4K über steile Abhänge.

Square Enix erklärte gegenüber c't, dass man das Spiel für den PC an zahlreichen Stellen angepasst habe. In Zusammenarbeit mit Nvidia haben die Entwickler die Umgebungsverdeckung HBAO+ implementiert, die Landschaften realistisch verschattet und den Eindruck einer physikalisch korrekten Beleuchtung erzeugt. Laut Square Enix ist HBAO+ ist im Vergleich zu anderen Ambient-Occlusion-Techniken eine schnellere und effiziente Rendertechnik.

Durch Hardware-Tessellation wirken Felsen, Ziegel und diverse Oberflächen plastisch und greifbar. Außerdem erweiterten die Entwickler das Level-of-Detail (LOD). Dadurch bleiben die geometrischen Strukturen von weit entfernten Objekten auf leistungsfähigen PCs weitgehend erhalten. Im Unterschied zur Xbox-One-Version reagiert das Blattwerk von Bäumen und Sträuchern nun dynamisch auf Wettereffekte und Laras Bewegungen. Der verbesserte anisotrope Filter greift bei der PC-Version winkelunabhängig und lässt auch weit entfernte Texturen scharf erscheinen.

Rise of the Tomb Raider: Der Prolog (50 Bilder)

Rise of the Tomb Raider beginnt mit einem furiosen Prolog in einer verschneiten Schneelandschaft – und einer gut verpackten Lara Croft.

Die in Zusammenarbeit mit AMD entwickelte Haarsimulation PureHair animiert einzelne Haare und lässt Laras Frisur realistisch wirken. Beeindruckend fällt auch die Charakter- und vor allem Gesichtsmodellierung aus, die im Vergleich zum vorherigen Teil sichtbar verbessert wurde. Die weich gezeichneten Schatten erhalten die Details des Untergrundes und Motion-Blur-Effekte sorgen an vielen Stellen für eine kinoreife Atmosphäre.

Eine stereoskopische Darstellung unterstützt Rise of the Tomb Raider offiziell nicht. Auch die in einer Microsoft-Pressemitteilung fälschlicherweise erwähnte voxelbasierte Umgebungsverdeckung VXAO ist nicht enthalten. Dank des großartigen grafischen Designs der Umgebungen fallen die teils unscharfen Texturen nicht negativ auf.

Wer keine Grafik-Voreinstellung nutzen möchte, kann die Bildqualität in den umfangreichen Grafikoptionen an die Leistungsfähigkeit seines Systems anpassen. Einstellen lassen sich dabei nicht nur die Texturqualität und der anisotrope Filter, sondern auch die Schatten, Ambient Occlusion, Tiefenschärfe, LOD, Tessellation, Screen Space Reflections, dynamische Blätter, Motion Blur, Lens Flares und PureHair. Als Kantenglättungsmodi stehen das schnelle FXAA und das anspruchsvolle SSAA zur Wahl.

Allerdings machte unsere Testversion noch an einigen Stellen Probleme. So stürzte das Spiel auf einem Windows-10-System mit GeForce GTX 970 und 8 GByte RAM und dem aktuellen GeForce-Treiber 361.43 manchmal ab; Windows meldete zu wenig Speicher. Nvidia ließ uns vorab einen Preview-Treiber 361.75 zukommen, mit dem das Problem nicht mehr auftrat. Laut Square Enix funktioniert außerdem SLI/Crossfire noch nicht. Das Problem fehlender Effekte beim Nutzen von SSAA und Abstürze beim Verlassen des Marketplace wollen die Entwickler mit einem Patch zum Erscheinen beheben.

Rise of the Tomb Raider: Grenze zu Syrien (27 Bilder)

Im zweiten Teil des Prologs verschlägt es Lara an die Grenze Syriens.

In unserem Test mit sieben populären Grafikkarten von AMD und Nvidia und einer anspruchsvollen Spielszene zeigte sich, dass mindestens eine GeForce GTX 960 beziehungsweise Radeon R9 380X im System stecken muss, um das Spiel in Full HD und maximaler Detailstufe ruckelfrei darzustellen. Die genannten Grafikkarten erreichen dann durchschnittlich knapp 40 fps. Als Kantenglättung darf man dabei aber nur FXAA statt SSAA einschalten, sonst rutscht die Bildrate in den unspielbaren Bereich. Selbst eine GeForce GTX 970 schafft in Full HD bei zweifachem SSAA nur 34 fps bei hoher (und nicht maximaler) Detailstufe; beschränkt man sich auf FXAA generiert sie sogar 50 fps bei maximaler Detailstufe.

Mit ein paar Anpassungen im Grafikmenü läuft das Spiel auch auf schwächeren Grafikkarten flüssig.

In WQHD (2560×1440 Pixel) packen GeForce GTX 970 und Radeon R9 380X gerade so 30 fps in maximaler Detailstufe. Hier greift man lieber zu einer Radeon R9 390X (40 fps) oder GeForce GTX 980 Ti (46 fps). In 4K schafft selbst die GeForce GTX 980 Ti nur 28 fps bei hoher Detailstufe und FXAA – folglich sollte man die Detailstufe auf mittel reduzieren oder händisch mit den Grafikoptionen herumspielen.

Mit einer Radeon R9 370 lässt sich das Spiel noch in Full HD und mittlerer Detailstufe ordentlich spielen (37 fps), die GeForce GTX 750 Ti packt selbst bei "niedrig" nur 28 fps. (mfi)