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PCI-Industrievereinigung attackiert zum Jubiläum Thunderbolt

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Viele aktuelle Mainboards bieten nur noch PCIe-Slots.

Seit 20 Jahren ist der Peripheral Component Interconnect Local Bus – kurz PCI-Bus – nun im Einsatz, seinerzeit löste er den ISA-Bus ab und setzte sich gegen Konkurrenten wie den VESA Loca Bus oder IBMs Microchannel durch. Seit 2004 kann man auch schon Geräte mit dem serialisierten PCI Express kaufen, dessen erste Spezifikation im Juli 2002 veröffentlicht wurde. Mittlerweile sind schon PCIe-3.0-Karten im Handel, die Entwicklung von PCIe 4.0 läuft.

Doch die PCI Special Interest Group (PCI SIG), welche – weiterhin unter führendem Einfluss von Intel – die zahlreichen und leider nur gegen Bezahlung erhältlichen PCI- und PCIe-Spezifikationen entwickelt, kündigt zum PCI- und PCIe-Jubiläum auch eine Neuheit an: PCIe OCuLink. Es geht dabei um eine optische (O) oder elektrische (Kupfer: Cu) Kabelverbindung (Link) für interne oder externe Geräte – also ein Verfahren, welches im Prinzip mit dem von Apple und Intel entwickelten Thunderbolt konkurriert. PCIe OCuLink überträgt aber anders als Thunderbolt keine DisplayPort-Signale, und der PCIe-Teil soll leistungsfähiger werden als bei der heutigen Thunderbolt-Inkarnation. Geplant sind ein, zwei oder vier Lanes mit der PCIe-3.0-Geschwindigkeit von 8 Gigatransfers pro Sekunde (8 GT/s), also bis zu 4 GByte/s pro Richtung.

Wann PCIe OCuLink starten soll, verrät die PCI SIG freilich nicht, hier geht es wohl eher um eine Geburtstagsüberraschung. Spekulationen über OCuLink gab es schon vor mehr als einem Jahr, nun kennt man auch den Namen.

Direkte Konkurrenz zu Thunderbolt dürfte wohl vom Preis her nicht möglich sein: Thunderbolt arbeitet mit zwei Lanes pro Kabel, die jeweils 10,3125 GBit/s in beide Richtungen gleichzeitig übertragen. In der optischen Inkarnation sind dafür vier Fasern nötig – zwei pro Lane – und in der elektrischen acht Adern, nämlich vier Aderpaare für differenzielle Übertragung. PCIe OCuLink braucht aber acht Aderpaare für vier Lanes und somit potenziell noch teurere Kabel und größere Steckverbinder. Thunderbolt wurde aber ja gerade für besonders kompakte Geräte wie das MacBook Air oder Ultrabooks entwickelt und belegt quasi keinen zusätzlichen Platz, weil die Mini-DP-Buchse zum Anschluss externer Monitore ohnehin nötig wäre.

Optische PCIe-Kabel sind eigentlich ein alter Hut, wie dieses von Bustec beweist.

(Bild: Bustec)

Abgesehen davon existieren schon mehrere Verfahren zur externen PCIe-Verkabelung. Die PCI SIG selbst pflegt die External Cabling 1.0 Specification, aber es gibt auch proprietäre Lösungen, etwa zur externen Anbindung von Erweiterungsboxen (Magma, IOI, Netstor), Grafikkarten (Nvidia Quadroplex, Ruggedmatrix), Messsystemen (Bustec) oder für modulare Rechner (One Stop Systems, Acquitek). An optischen PCIe-Verbindungen arbeiten beispielsweise PLX und Avago beim MiniPod, Adnaco offeriert sein S5-System. (ciw)