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PDA-Spezialist Palm stürzt an der Börse ab

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Die Aktie des PDA-Spezialisten Palm ist am gestrigen Mittwoch an der Wall Street um fast die Hälfte eingebrochen, nachdem der Hersteller von Taschencomputern seine Prognosen für das vierte Quartal revidiert hatte. Der Kurs des Papiers brach während des regulären Handels in New York völlig ein: Ein Kursverfall um fast 48 Prozent auf 8,063 Dollar sei bisher beispiellos seit Gründung von Palm, heißt es in US-Medien. Im nachbörslichen Handel gehörte das Papier zu den meistgehandelten Aktien und gab noch einmal leicht um knapp 0,4 Prozent nach. Das Unternehmen spüre jetzt die verschlechterte wirtschaftliche Lage in den USA und die "ökonomischen Turbulenzen", die auch die Konkurrenzunternehmen treffen werde, sagte Palm-Chef Carl Yanowski.

Nach Einschätzung von Analysten könnte der Marktführer allein wegen seiner Größe von der gesamtwirtschaftlichen Lage deutlich mehr betroffen sein. Unterdessen zeigte sich der Palm-Konkurrent Handspring von der Talfahrt der Palm-Aktien wenig beeindruckt und hält an seinen Prognosen für das kommende Quartal fest. "Wir erwarten weiter wachsende Verkaufszahlen in unserem Geschäft", sagte Handspring-Chef Donna Dubinsky. Auch Compaq, ebenfalls Hersteller von PDAs, hat nach Angaben des Finanzdienstes Bloomberg volle Auftragsbücher. Ganz so schlimm wie Palm strafte die Wall Street Handspring nicht ab, ganz zu trauen scheinen die Börsianer dem Frieden aber nicht: Im regulären Handel fiel das Handspring-Papier um knapp 33 Prozent auf 10,875 US-Dollar, im nachbörslichen Handel konnte sich der Kurs behaupten und legte um 0,57 Prozent zu.

Auf der CeBIT waren die PDAs einer der größten Publikumsmagneten. Palm und Handspring hatten in Hannover ihre neuen Organizern vorgestellt; Handspring brachte mit dem Visor Edge zum ersten Mal ein flaches Gerät ohne integrierten Springboard-Slot. Marktführer Palm will mit der m500-Serie technologisch aufholen. Als Reaktion auf die Börsenentwicklung will sich Palm laut dpa nun auf den Verkauf der neuen Geräte konzentrieren und die Produktion älterer Modelle zurückschrauben. Außerdem will das Unternehmen 250 seiner insgesamt 1.924 Mitarbeiter entlassen.

Nach Angaben des Marktforschungsinstituts Gartner Group war das Unternehmen im Jahr 2000 mit einem Marktanteil von 54,8 Prozent unbestrittener Marktführer, Handspring kam auf 4,3 und Compaq auf 5,1 Prozent Marktanteil. (jk)