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POLIKS-System der Berliner Polizei goes mobile

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Im Testeinsatz war es zwar schon länger, doch jetzt haben Vertreter von Polizei und der Freien Universität (FU) den Berliner Bürgern die mobile Variante des seit dem Jahr 2005 in der Bundeshauptstadt genutzten POLIKS-Systems präsentiert. POLIKS steht für "Polizeiliches Landessystem für Information, Kommunikation und Sachbearbeitung" – und mPOLIKS, das am heutigen Donnerstag im Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke vorgestellt wurde, ermöglicht Einsatzkräften künftig von unterwegs aus nicht nur den direkten Zugriff auf das polizeieigene Datensystem, sondern auch auf Fremdsysteme wie INPOL (Bundeskriminalamt), das Ausländerzentralregister (AZR), Bestände des Kraftverkehrsamtes oder das Einwohnermelderegister.

Ausgegeben wurden bislang 160 Handhelds, die das UMTS-Netz von Vodafone für Personen- und Sachabfragen nutzen. "Grundsätzlich sind aber alle UMTS-Netze und beliebige Geräte mit einem aktuellen Windows-Mobile-Betriebssystem für mPOLIKS geeignet", erklärte Thomas Goldack, Pressesprecher der Polizei Berlin, im Gespräch mit heise online. Die Handhelds, deren Bezugspreis bei rund 100 Euro liegen soll, seien als Datengeräte ausschließlich für mPOLIKS-Anwendungen nutzbar und ließen lediglich Abfragen der entsprechenden Datensysteme zu – die Vorgangsbearbeitung obliege weiterhin den zuständigen Sachbearbeitern in den jeweiligen Dienststellen.

Die mPOLIKS-Software entwickelte der Fachbereich Technische Informatik der Freien Universität Berlin. Die Daten werden bei Abfragen verschlüsselt übertragen und sollen nur für autorisierte Benutzer der Polizei sichtbar sein. Auch die Mitarbeiter der Freien Universität könnten die Daten nicht einsehen, heißt es. Die Projektkosten beziffert Goldack auf 80.000 Euro pro Jahr, zuzüglich einer Startinvestition von 30.000 Euro. Das System soll nach Möglichkeit noch in diesem Jahr erweitert werden und dann auch die Übertragung von Bildmaterial erlauben. "Treffen die Beamten eine Person ohne amtliches Ausweisdokument an, können sie dann bereits vor Ort ein gegebenenfalls gespeichertes Bild dieser Person abrufen – und der Person bliebe eine zeitaufwendige Identitätsfeststellung auf der Wache erspart", erläutert Goldack die Vorzüge dieser Anwendung.

Das 73 Millionen Euro teure Vorzeigeprojekt POLIKS war Anfang 2005 in Betrieb genommen worden und hatte zunächst mit zahlreichen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Innensenator Ehrhart Körting erklärte im März 2008, die Ablösung des Altverfahrens Informationssystem Verbrechensbekämpfung (ISVB) durch POLIKS sei auch nach drei Jahren Betrieb als "deutlicher Fortschritt und Erfolg" zu bezeichnen. Mit POLIKS sei es gelungen, "die Vorgangsbearbeitung deutlich zu vereinheitlichen und zu standardisieren und somit eine Leistungssteigerung bei der Aufgabenerfüllung und die Beschleunigung von Arbeitsabläufen und -prozessen bei der Berliner Polizei zu realisieren". (pmz)