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PR-Experte: Blogs bieten neue Chancen für Verbraucher

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Die sprunghafte Zunahme von Blogs wird nach Ansicht von PR-Experten auch Werbung und Verbraucherverhalten beeinflussen. Ein einzelner Käufer habe über sein Online-Tagebuch einen wesentlich größeren Einfluss als früher, sagte Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, der sich selbst als "Web_2.0-Evangelist einer großen PR-Agentur" bezeichnet, in einem dpa/gms-Gespräch. "Private Meinungen bekommen eine gewisse Relevanz." Wer über eine Internet-Suchmaschinen beispielsweise Informationen zu einem bestimmten Handy sucht, gelange schon heute oft schneller zu einem privaten Blog-Kommentar als zur offiziellen Homepage des Herstellers.

Studien hätten ergeben, dass auch diesen Privatmeinungen sehr großes Vertrauen entgegengebracht werde, sagte Lünenbürger-Reidenbach, der den Bereich "Online Conversations" der PR-Agentur Edelman leitet. "Wenn ich weiß, dass der Betreffende oft über Handys schreibt oder viele zustimmende Kommentare hat, vertraue ich ihm auch." Schafft es ein Blogger gar, dass seine Ansicht auf vielen anderen Blogs verlinkt wird, seien schnell Tausende Leser erreicht.

Unternehmen seien auch deswegen gut beraten, regelmäßig Blogs zu beobachten, da deren Autoren und Leser in der Regel für Firmen hochinteressant sind: "Das sind Leute um die 30, urbane Singles und online", sagt Lünenbürger-Reidenbach. Wer regelmäßig Blog-Einträge zu bestimmten Themen liest, bekomme sozusagen die "Kneipengespräche" der Verbraucher mit. Die meisten Unternehmen seien jedoch noch unsicher, wie sie auf die Herausforderung reagieren sollten. Nur sehr wenige betrieben eigene Blogs. Völlig inakzeptabel seien einzelne Versuche, Blogs mit Werbung "zuzuspammen", warnte Lünenbürger-Reidenbach.

Auch habe es vereinzelt Fälle gegeben, in denen Mitarbeiter einer Firma anonym positive Kommentare zu ihrem Unternehmen in einem Blog untergebracht hätten. "Eine goldene Regel lautet: Wenn du was zu sagen hast, sag, wer du bist", kommentierte Lünenbürger-Reidenbach solche Vorgehensweisen. "Es hat auch schon Versuche gegeben, Blogger abzumahnen" – dies sei in der Regel völlig kontraproduktiv, da sich solche Fälle besonders rasch in der "Blogosphäre" verbreiteten. Eine andere Regel laute daher: "Verklage niemals einen Blogger." (dpa) / (jk)