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PageFair-Report: Adblocker-Nutzung steigt rasant

Adobe und PageFair haben ihren neuen Bericht über Werbeblocker veröffentlicht. Die Zahlen sind für die Werbebranche alarmierend: Die Zahl der Nutzer steigt deutlich.

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PageFair-Report: Adblocker-Nutzung steigt rasant

In Europa sind Adblocker sehr beliebt.

(Bild: PageFair/Adobe)

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Adobe und Werbeblocking-Spezialist PageFair haben ihren jährlichen Bericht über den Einsatz von Adblockern vorgestellt. Demnach setzen Stand Juni 2015 rund 198 Millionen Internetnutzer einen Adblocker ein, 41 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Studie bezieht sich insbesondere auf Download- Zahlen der so genannten Easylist, die von Werbeblockern wie Adblock Plus genutzt wird.

Jeder vierte Deutsche blockt

Großen Anteil an dem starken Wachstum hat Großbritannien, wo die Zahl der Nutzer um 82 Prozent auf 12 Millionen zunahm. In den USA gibt es nun 25 Millionen aktive Nutzer, 48 Prozent mehr als im Vorjahr. In Deutschland stieg die Zahl der Nutzer um 17 Prozent auf 18 Millionen Nutzer – nach der Rechnung von Pagefair ist das jeder vierte Deutsche.

Der Online-Vermarkterkreis (OVK) des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hatte im Juli eine ähnlich hohe Blockquote ermittelt. Nach Untersuchungen von Logfiles der Werbeanbieter geht der Verband davon aus, dass bei durchschnittlich 21,5 Prozent der Page-Impressions die Werbung geblockt wird.

Milliardenverluste?

Adobe und Pagefair gehen davon aus, dass 2015 weltweit Werbeerlöse in Höhe von 21 Milliarden US-Dollar den Werbeblockern zum Opfer fallen, 2016 sogar doppelt soviel. Diese Werte sind aber eine eher theoretische Größe – so erhöhen Unternehmen ihre Werbebudgets nicht automatisch, wenn ihre Anzeigen häufiger geklickt werden. Anzeigen, die bei einem Nutzer nicht angezeigt werden, werden auf anderen Seiten für andere Nutzer ausgespielt. Zudem verbreiten sich neue Werbemethoden wie Product Placement oder das so genannte "Content Marketing" rapide, bei dem Werbung mit Inhalten vermischt wird.

2015 Ad Blocking Report (6 Bilder)

Die meisten aktiven Werbeblocker zählt die Studie in den USA.
(Bild: PageFair/Adobe)

Für die einzelnen Seitenbetreiber macht sich das Blocken dennoch bemerkbar. Gerade im Technikbereich werden überproportional viele Werbeanzeigen geblockt. So ermittelten die Autoren der Studie, dass auf Computerspieleseiten weltweit durchschnittlich 26,5 Prozent der Nutzer mit Werbeblocker unterwegs sind. Bei Seiten, die sich um die Themen Gesundheit oder Immobilien drehen, sind es nur um die fünf Prozent. In Deutschland liegen die Werte deutlich höher.

Weniger nervende Werbung

Inwieweit weniger "nervende" Werbung helfen kann, ist ungewiss. So bietet PageFair zwar Werbeformen an, die von Adblock Plus als so genannte "Acceptable Ads" durchgelassen werden, hat aber inzwischen auch Techniken im Angebot, Adblock-Nutzer auszusortieren oder Werbeblocker zu umgehen.

Auf Smartphones und Tablets sind Werbeblocker bisher noch wenig vertreten. So kam 38 Prozent des von Pagefair erfassten Verkehrs von Mobilgeräten, aber nur 1,6 Prozent des werbegefilterten Verkehrs. Diese Zahl könnte sich ändern. So hat Apple zumindest prinzipiell Werbeblocker für Safari auf iOS angekündigt. Unterdessen arbeitet der Adblock-Plus-Hersteller Eyeo an einem eigenen Android-Browser, eine Version für iPhone und iPad soll folgen. (vbr)

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