Paketdrohnen: UPS schließt Kooperation mit deutschem Wingcopter

UPS tüftelt weiter an der Paketauslieferung per Drohne. Das deutsche Unternehmen Wingcopter soll dabei helfen.

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So könnte die Lieferdrohne von Wingcopter über Berlin fliegen.

(Bild: UPS)

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Die US-amerikanische Tochtergesellschaft des Logistikunternehmens UPS, UPS Flight Foward (UPSFF), will mit dem deutschen Drohnenhersteller Wingcopter aus Darmstadt in Hessen zusammen eine neue Generation von Paketlieferdrohnen entwickeln. Wie UPS am Montag mitteilte, sollen sie für den Einsatz in den USA sowie international entwickelt werden. Die US-Bundesluftfahrtbehörde Federal Aviation Administration hatte UPSFF bereits 2019 die "Part 135 Certification" ausgestellt, die den Betrieb einer Drohnen-Fluggesellschaft gestattet, um Pakete kommerziell beispielsweise per Multicopter ausliefern zu können.

Der Entschluss, mit dem deutschen Drohnenhersteller zusammenzuarbeiten, sei aufgrund der Expertise von Wingcopter im Bereich unbemannter Fluggeräte erfolgt, heißt es in einer Mitteilung von UPS. Wingcopter hätte bei der Lieferung per Drohne über große Entfernungen und außerhalb der Sichtweite (beyond visual of sight, BVLOS), international bereits Erfolge erzielt, darunter Medikamentenlieferungen bei der medizinischen Notfallversorgung einer irischen Bohrinsel.

"Zustellungen mit Drohnen funktionieren nicht nach dem Prinzip 'One-size-fits-all'", sagt Bala Ganesh, Vizepräsident der UPS Advanced Technology Group. "Unsere Zusammenarbeit mit Wingcopter hilft uns, den Weg zu ebnen für Zustelldienstleistungen in neuen Einsatzgebieten. UPS Flight Forward baut ein Netzwerk aus Technologiepartnern auf, um unsere Fähigkeit, unseren Kunden einzigartigen Service zu bieten, zu erweitern und unsere Führungsrolle in der Drohnenzustellung auszubauen."

Nach Angaben von UPS sei die Partnerschaft mit Wingcopter die erste in der Geschichte von UPSFF mit einem Drohnenhersteller. Ziel sei es, mit Kooperationen eine breit aufgestellte Flotte von Drohnen aufzubauen, die für unterschiedliche Einsatzzwecke geeignet sind. Die Wingcopter-Drohnen würden dabei eine Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten zulassen. So können die Drohnen von Wingcopter senkrecht starten und landen, was Starts und Landungen auch auf engstem Raum ermögliche. Zusätzlich verfügen die Multicopter über einen Schwenkmechanismus, sodass sie wie ein Starrflügler fliegen können. Die Drohnen würden geräuscharm und auch bei schlechten Wetterverhältnissen stabil ihren Dienst verrichten.

Eine UPS-Lieferdrohne vor dem Start.

(Bild: UPS)

Nach Angaben von Wingcopter erzielt die derzeitige Lieferdrohne Wingcopter 178 Heavy Lift als Starrflügler eine Geschwindigkeit von maximal 240 km/h, im Multicopter-Modus bis zu 50 km/h. Der Wingcopter kann Distanzen von 120 Kilometer ohne Zuladung überwinden. Im Einsatz mit Paketen bis zu 6 Kilogramm Gewicht erreicht die Drohne im Starrflügler-Betrieb eine Geschwindigkeit von maximal 150 km/h, effizient 100 km/h. Die Reichweite geht bei einer Zuladung von 6 Kilogramm auf 45 Kilometer zurück, bei 2 Kilogramm sind es 100 Kilometer. Der Multicopter kann bis zu 5000 Meter hoch fliegen und soll auch mit Windböen von bis zu 20 m/s umgehen können. Die elektrisch betriebene Drohne mit vier Antriebseinheiten ist 178 cm x 132 cm x 52 cm groß und wiegt flugbereit mit maximaler Zuladung 18 Kilogramm. Das Fluggerät kann manuell geflogen oder automatisch betrieben werden.

UPSFF hatte bereits im März 2019 eine Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Matternet eine geschlossen und im Oktober erste Flüge mit deren M2-Drohnen gestartet, um medizinische Proben von einem Krankenhaus zu einem Labor im US-Staat North Carolina zu transportieren. (olb)