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Paketzusteller sind öfter krank als andere Arbeitnehmer

In den Zustellberufen ist das Verletzungsrisiko hoch, dazu kommt eine hohe psychische Belastung, lässt eine Auswertung der Techniker Krankenkasse rückschließen

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Entspannte Paketübergabe an der Haustür. So sieht es jedenfalls in der Idealvorstellung aus.

(Bild: dhl.de)

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Paket- und Postzusteller sind deutlich länger krank als der Durchschnitt aller Berufstätigen. Das zeigt eine Sonderauswertung des Gesundheitsreports 2019 der Techniker Krankenkasse (TK), die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) nach eigenen Angaben vorliegt. Die Paket- und Postzusteller waren mit 25,2 Fehltagen pro Kopf rund zehn Tage länger krankgeschrieben als der Durchschnitt aller Berufstätigen.

"Besonders die körperliche Belastung und das Verletzungsrisiko sind in den Zustellberufen hoch", sagte Albrecht Wehner von der TK. Hinzu komme eine hohe psychische Belastung. "Zeitdruck, hohes Verkehrsaufkommen auf den Straßen und teilweise auch unzufriedene Kunden sind alles Faktoren, die für ein hohes Stresslevel sorgen und die Psyche angreifen können", sagte er dem RND.

Die offenbar höhere physische und psychische Belastung wird den Zustellern aber nicht finanziell honoriert, ergab jüngst eine Auswertung des Statistischen Bundesamts. Vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer der Zustellerbranche verdienten 2018 mit durchschnittlich 2826 Euro brutto monatlich gut 1000 Euro weniger als Beschäftigte im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich.

Dabei profitieren die Paketdienste vor allem vom wachsenden Online-Handel. Von Januar bis September setzte der Online-Einzelhandel 8,8 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich dazu lag der Umsatz im stationären Einzelhandel um 2,2 Prozent über dem Umsatz des Vorjahreszeitraums. Das momentan brummende Weihnachtsgeschäft wird die Paketflut gewiss nicht abnehmen lassen. (anw)