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Paketzustellung: "Drohnen sind ein Randthema"

Paketlieferungen per Drohne: Vor fünf Jahren wurde das auf der Insel Juist Realität – doch mehr als Nische ist die Technik bislang nicht.

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Der Paketkopter im Anflug

(Bild: DHL)

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Sind Paketdrohnen die Lösung für den Lieferverkehr in den Innenstädten? Fünf Jahre nach dem ersten deutschen Linienflug einer Lieferdrohne zur Nordseeinsel Juist ist das unwahrscheinlich. "Drohnen sind ein Randthema bei der Zustellung von Paketen", sagte eine Sprecherin des Bundesverbands Paket- und Expresslogistik. Auch für den Zusteller Deutsche Post DHL, der den Pilotversuch vor fünf Jahren gestartet hat, bleiben Paketdrohnen "ein reines Forschungsprojekt".

Im Herbst 2014 hatte eine DHL-Drohne erstmals regelmäßig Medikamente auf die ostfriesische Insel Juist geflogen. Seitdem testete der Zusteller die Technologie auch in den Alpen und auf dem Victoriasee in Afrika. Gerade für diese abgelegenen Gebiete könnten Drohnen nach Ansicht des Bundesverbands eine sinnvolle Ergänzung sein. In China hat die DHL-Schwester DHL Express immerhin im Mai die erste innerstädtische Route eingeweiht. In der Metropole Guangzhou transportieren Drohnen zweimal täglich Express-Sendungen zwischen zwei Packstationen – und das, ohne von jemandem gesteuert zu werden.

DHL-Drohnenzustellung in China (3 Bilder)

Die Drohne über ihrer Basis ...
(Bild: DHL)

Unternehmen wie Hermes oder GLS stehen dem Thema eher skeptisch gegenüber und haben keinerlei Entwicklungsprojekte mit Drohnen laufen. "Ein schönes PR-Thema,", meint Anne Putz vom Logistikunternehmen GLS. Aber mehr auch nicht.

Zudem wäre der Luftraum vollkommen überlastet bei mehr als drei Milliarden Paketen pro Jahr. "Stellen Sie sich mal vor, da würden Millionen Drohnen in der Luft fliegen", erklärt Putz "Da wäre der Himmel ja schwarz." Hinzu kommt, dass die Regeln für Drohnenflüge in Deutschland bisher sehr streng sind. Bei dem Versuch auf Juist musste jeder der insgesamt 40 Flüge einzeln genehmigt werden.

Für die deutschen Innenstädte werden demnach in der Branche andere Lösungsansätze diskutiert: Mehr Packstationen etwa, die von Lastenfahrrädern angefahren werden könnten. Viele Logistik-Unternehmen wollen auch mehr E-Fahrzeuge anschaffen. "Das sind alles Dinge, die für uns in Richtung Emissionsfreiheit auch einfacher umzusetzen sind", sagt Sebastian Kaltofen vom Paketzusteller Hermes. Das sieht auch der Bundesverband so.

DHL-Paketkopter und der Parcelcopter SkyPort (6 Bilder)

Der Paketkopter der dritten Generation funktioniert mit Tiltwing-Technik. (Bild: DHL)

(axk)