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Palm Pre telefoniert nach Hause [Update]

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Nach einer Analyse des amerikanischen Bloggers Joey Hess überträgt das Smartphone Palm Pre regelmäßig Daten an den Hersteller Palm. Dazu gehörten etwa die aktuellen GPS-Koordinaten, eine Liste abgestürzter Anwendungen sowie – besonders bemerkenswert – Namen und Nutzungsdauer der installierten Programme. Nach den Nutzungsbedingungen muss sich Palm dieses Verhalten von den Kunden nicht einmal genehmigen lassen. Dennoch hat sich der Hersteller hier abgesichert: Bei der Erstinbetriebnahme fragt das Gerät nach, ob es persönliche Daten an den Hersteller übermitteln darf.

Mit unserem per WLAN angebundenen Palm Pre konnten wir lediglich feststellen, dass eine verschlüsselte Datenübertragung stattfindet, den Inhalt jedoch nicht mitlesen. Die deutsche Palm-Pressestelle konnte bislang noch keine Erklärung für das Verhalten des amerikanischen Mutterhauses geben.

Die Übermittlung der Daten abgestürzter Anwendungen an den Hersteller ist durchaus üblich und etwa von Windows bekannt. Auch die Übermittlung von GPS-Daten ist keine Seltenheit: Andere Smartphones übertragen diese ebenfalls an die Hersteller. Sofern die Daten annonymisiert verarbeitet werden, verstößt dies auch nicht gegen geltende Datenschutzbestimmungen. Android-Smartphones etwa fragen bei der Initialisierung nach, ob sie GPS-Daten verschicken dürfen; dies dient – neben der Lokalisierung für den Google-Dienst Latitude – zur Verbesserung der Qualität der WLAN-Datenbanken, die viele Smartphones zur Ortsbestimmung nutzen.

Kritikwürdig ist an der Datenübermittlung des Pre daher allenfalls, dass Palm den Nutzern nicht genau mitteilt, um welche Daten es sich dabei handelt oder ihnen die Möglichkeit gibt, die Übertragung auf einzelne Gelegenheiten oder Anwendungen – etwa die Ortsbestimmung – zu beschränken. Da das Pre in Deutschland noch nicht erhältlich ist, ist bislang unklar, ob deutsche Geräte ebenfalls Daten an Palm übertragen werden. Das Pre wird ab Oktober bei O2 erhältlich sein.

Update: Palm hat sich derweil zu der Angelegenheit geäußert. In einem Statement heißt es, dass man den Datenschutz sehr ernst nehme und man etwa die GPS-Koordinaten benutze, um den Usern relevante lokale Ergebnisse in Google Maps zu präsentieren. Auch biete man Möglichkeiten an, die Datensammlung abzuschalten – allerdings verrät der Pre-Hersteller nicht, wie die Anwender dies tun können. (ll)