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Palm hält sich alle Optionen offen

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Der unter Druck stehende Smartphone-Hersteller Palm hält sich alle Optionen offen. Dazu zählt trotz aller Verkaufsgerüchte auch eine eigenständige Zukunft. CEO Jon Rubinstein betonte im Gespräch mit der Financial Times seine Zuversicht, Palm könne langfristig auch als eigenständiges Unternehmen überleben. Eine Möglichkeit zur Umsatzsteigerung sei etwa, das von Branchenkennern gelobte Betriebssystem WebOS auch an andere Hersteller zu lizenzieren.

Gleichzeitig schloss Rubinstein einen Verkauf aber nicht aus. Palm werde vernünftige Übernahmeangebote in Erwägung ziehen, sagte der Manager. Meldungen der Vorwoche, dass Palm bereits Finanzexperten damit beauftragt habe, die Möglichkeiten für einen Verkauf auszuloten, bestätigte Rubinstein nicht. Analysten halten laut Financial Times einen Preis zwischen 2 und 3 Milliarden US-Dollar für möglich.

Doch Rubinstein ist sicher, es auch ohne einen Käufer schaffen zu können. "Ich glaube daran, dass Palm als eigenständiges Unternehmen überleben kann", sagte der ehemalige Apple-Manager und "Vater des iPod" der Wirtschaftszeitung. "Wir haben einen Plan, der uns in die Profitabilität führt". Noch ist Palm da nicht angekommen: Der Hersteller macht Verluste, das Smartphone Pre wird zwar hoch gelobt, verkauft sich aber nicht so gut wie erwartet.

Palm hatte mit der Konzentration auf WebOS und neue Smartphones Anfang vergangenen Jahres alles auf eine Karte gesetzt. Im harten Wettbewerb mit Konkurrenten wie Apple, RIM oder Nokia sowie dem Betriebssystem Android hat sich der Traditionshersteller bisher aber nicht entscheidend positionieren können. Rubinstein räumte ein, dass Palms begrenzte Möglichkeiten die Verbreitung von Pre und WebOS bremsen, machte dafür kürzlich aber auch die Netzbetreiber verantwortlich. Palm droht, auf dem Weg zur Profitabilität zwischen finanzstarken Wettbewerbern aufgerieben zu werden. (vbr)