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Panne bei Google mit Hardcore-Werbung

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Wer vergangene Woche hierzulande bei Google Suchbegriffe wie "Erotik-DVD", "Sex-DVD" oder andere einschlägige Wörter aus dem Erotikumfeld eingab, konnte in den Anzeigenspalten des börsennotierten Suchmaschinenbetreibers aus dem Vollen schöpfen. Am oberen Rand der Seite, in der Premium-Werbung vor den eigentlichen Suchergebnissen, gab es "2000" Porno-DVDs- und VHS-Videos zu bestellen -- "diskrete Lieferung" garantiert. Am rechten Seitenrand buhlten "aus Radio und Zeitung bekannte" DVD-Versender für ihre Sex-Filmchen zu Schnäppchenpreisen ab 3,99 Euro. Anbieter von "FSK 18 Pornos" waren genauso vertreten wie internationale Zulieferer, die "Adult"-Ware mit bis zu 80 Prozent Preisreduzierung verhökerten. Die Branche ebenso wie Internet-Anbieter und Online-Werber waren verwirrt: Eigentlich gilt bei Google Deutschland seit Anfang November die Richtlinie, generell keine Hardcore-Erotikwerbung mehr zuzulassen.

Unternehmenssprecher Stefan Keuchel zeigte sich dementsprechend überrascht, als er von heise online auf die Panne in Googles AdWords-System hingewiesen wurde. Es gebe definitiv keine Hardcore-Werbung mehr auf dem deutschen Online-Portal der Suchmaschine, lautete die Aussage. Entsprechende Anzeigen würden durch einen auf die IP-Adresse eingestellten Filter vor den Augen hiesiger Surfer verborgen. Erst nach Eintippen der Erotik-Suchwörter erkannte Keuchel an, dass "wo Hardcore draufsteht, wohl auch Hardcore drin ist".

Der Fehler gilt bei Google Deutschland seit dem Wochenende als behoben. "Der Block ist neu eingestellt worden", erklärte der Sprecher am heutigen Montag gegenüber heise online. Sämtliche noch angezeigten Werbehinweise würden höchstens auf Seiten führen, auf denen eine Altersverifikation stattfinde. Welche Umsätze Google mit Erotikwerbung hierzulande vor der freiwilligen Selbstverpflichtung machte oder etwa in den USA nach wie vor erzielt, wusste Keuchel nicht zu berichten. Insgesamt stellt die AdWords-Sparte das Haupteinkommen der Suchmaschinenfirma dar. Eine umfassende Selbstregulierung der Search-Engine-Betreiber für einen effektiveren Jugendschutz -- also etwa auch bei den eigentlichen Suchergebnissen -- ist hierzulande seit längerem in Gespräch. Vor allem die Bertelsmann-Stiftung hat sich dafür wiederholt eingesetzt. (Stefan Krempl) / (Stefan Krempl) / (jk)

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