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Papst gegen Atomkraft – Ächtung von Atomwaffen soll katholische Lehre werden

Nach seinem Japanbesuch wandte sich das Oberhaupt von 1,3 Milliarden Katholiken gegen den Einsatz von Atomkraft für zivile und militärische Zwecke.

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Päpstliche Pressekonferenz im Flugzeug.

(Bild: Vatikan)

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Papst Franziskus will eine Verurteilung des Gebrauchs und auch des Besitzes von Atomwaffen in die offizielle katholische Lehre übernehmen. In Hiroshima habe er wiederholt, dass der Einsatz von Atomwaffen unmoralisch sei, sagte der Papst auf dem Rückflug von Tokio nach Rom am Dienstag. Dies müsse im Katechismus der katholischen Kirche verankert werden – und nicht nur der Einsatz, sondern auch der Besitz. "Der Wahnsinn eines Herrschers kann die Menschheit zerstören. Denken Sie an Einsteins Sprichwort: 'Im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.'"

Auf dem Flug äußerte sich Franziskus auch zum Streitthema Atomenergie, die er skeptisch sieht. "Der Gebrauch stößt sehr an seine Grenzen, weil wir es immer noch nicht geschafft haben, die totale Sicherheit zu haben", sagte er.

Dabei verwies der Papst auf den Super-GAU in Fukushima von 2011 und die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986, die viele Jahre fortgedauert habe. "Es ist meine persönliche Meinung, aber ich würde auf Atomenergie verzichten, solange es keine totale Sicherheit gibt", sagte Franziskus

Der Katechismus ist das wichtigste Lehrbuch der katholischen Kirche. Franziskus hatte in Japan die Städte Nagasaki und Hiroshima besucht und dort ein weltweites Aus nuklearer Waffen gefordert. Auf die Städte hatten die US-Amerikaner am Ende des Zweiten Weltkriegs zwei Atombomben geworfen. Mehr als 200.000 Menschen starben.

In Japan hatte der Papst Opfer der Atomkatastrophe von Fukushima getroffen. Im März 2011 hatten dort ein Erdbeben und ein Tsunami zu einem Super-GAU in einem Atomkraftwerk geführt. (mit Material der dpa) / (anw)