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Paramount-Filme sollen schneller ins Heimkino kommen

Das Hollywood-Studio hat Verträge mit zwei Kinoketten geschlossen, die die bisherige Verwertungskette aufbricht. Bislang waren Filme frühestens 90 Tage nach dem Kinostart offiziell in einer Heimvideo-Fassung verfügbar.

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(Bild: Paramount Pictures)

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Bislang ist es in den USA und Kanada üblich, dass ein Film frühestens 90 Tage nach seinem Kinostart anderweitig veröffentlicht wird. Mit dieser Praxis will das Hollywood-Studio Paramount Pictures nach einem Bericht des Wall Street Journal nun brechen und Filme viel früher offiziell fürs Heimkino verfügbar machen – wohl auch um so auf illegale Kopien zu reagieren, die häufig bereits wenige Tage nach dem Kinostart im Netz kursieren. Die Rede ist davon, dass die Heimvideo-Fassung zwei Wochen nach dem Zeitpunkt angeboten werden sollen, in dem der betreffende Film "in den meisten Kinos" nicht mehr gezeigt werde.

Gegen eine Veränderung der Verwertungskette hatten bislang vor allem die US-Kinobetreiber ausgesprochen, die die 90-Tage-Sperre als geeignetes Mittel ansahen, ihre Einkünfte zu sichern. Ihr Argument war dabei stets, dass weniger Leute ins Kino gehen, wenn sie wüssten, dass die Filme früher auf Video erscheinen. Tatsächlich zeigte eine von Paramount in Auftrag gegebene Studie jedoch, dass 72 Prozent der Kinobesucher sich der 90-Tage-Frist bewusst sind.

Dennoch lockt man die Kinobetreiber: So umfassen die zwischen Paramount und zwei der größten nordamerikanischen Ketten – AMC Entertainment Holdings und Canada’s Cineplex – geschlossenen Verträge über kürzere Auswertungen einen Passus, der die Kinobetreiber im Gegenzug an den Einnahmen aus dem Heimkino-Geschäft (inklusive Video on Demand) beteiligt.

So groß die Ankündigung zunächst auch scheinen mag, ist sie aktuell wohl noch ein Experiment: Nicht nur, dass die Formulierung "in den meisten Kinos" recht schwammig ist. Der Vertrag schließt aktuell zudem laut WSJ nur zwei kleinere Filme ein, keine Blockbuster. Interessant ist jedoch, dass diese Streifen nur in Filmtheatern den genannten Ketten überhaupt zu sehen sein sollen, falls keine weiteren Kinobetreiber auf das Angebot von Paramount eingehen. (nij)