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Parker Solar Probe: NASA-Sonde soll in die Sonnenkorona fliegen - Start erfolgreich

Mit der Parker Solar Probe will die NASA die Sonne aus einer Nähe erforschen, in die noch keine Sonde vordringen konnte. Der Start wurde auf Sonntag verschoben.

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Parker Solar Probe: NASA will näher zur Sonne als je zuvor

Künstlerische Darstellung der Parker Solar Probe an der Sonne

(Bild: NASA)

Am kommenden Wochenende will die NASA eine Sonde starten, die näher an unsere Sonne fliegen soll als je ein Satellit zuvor. Die Parker Solar Probe soll am Samstag gegen 10 Uhr MESZ von Cape Canaveral aus mit einer Delta IV Heavy auf ihren Weg geschossen werden. Über sieben Jahre hinweg soll sie dann 24 Orbits um die Sonne absolvieren und dabei insgesamt sieben mal von der Gravitation der Venus auf eine jeweils engere Umlaufbahn um den Stern gelenkt werden.

Direkt aus der Korona der Sonne heraus soll sie dann den Stern erforschen und dabei vor allem herausfinden, warum diese äußerste Schicht der Sonnenatmosphäre mit mehreren Millionen Grad Celsius deutlich heißer ist als die Oberfläche mit rund 5000 Grad Celsius.

Außerdem wollen die Forscher mit der Parker Solar Probe die Frage beantworten, wie die Teilchen des Sonnenwind beschleunigt werden. Das Verständnis der Prozesse direkt an der Sonne soll auch deren Auswirkungen auf die Erde und ihre Umgebung erklären helfen, beispielsweise um Satelliten besser schützen zu können.

Im Rahmen ihrer Mission wird die Parker Solar Probe gleich mehrere Rekorde brechen, die teilweise seit Jahrzehnten gehalten wurden. So näherte sich die von der Bundesrepublik Deutschland und der USA entwickelte Sonde Helios 2 der Sonne im Jahr 1976 auf bis zu 43 Millionen Kilometer. Die nun entwickelte NASA-Sonde soll sich der Oberfläche der Sonne bald auf rund 6 Millionen Kilometer nähern. Außerdem wird sie in Bezug zur Sonne 700.000 Kilometer pro Stunde erreichen, fast drei Mal so viel wie die beiden Helios-Sonden.

Damit diese besonders extreme Mission überhaupt möglich wurde, mussten Materialwissenschaftler erst einige entscheidende Fortschritte erzielen. Helios 2 hatte vor allem die Rätsel der viel heißeren Sonnenatmosphäre ungelöst gelassen, aber für Nachfolgemissionen existierte kein Hitzeschild, der eine weitere Annäherung erlaubt hätte.

Erst Karbonfaser löste das Problem und sorgt dafür, dass die Front der Sonde zwar auf immense 1380 Grad Celsius – aufgrund der geringen Dichte des Sonnenwinds nicht auf die maximale Temperatur der Korona – aufgeheizt wird, die Instrumente aber nicht mehr als Raumtemperatur erreichen.

Benannt wurde die Mission vergangenes Jahr nach Physiker Eugene Parker und damit als erste Sonde überhaupt nach einer noch lebenden Person. Er hatte schon vor Jahrzehnten eine theoretische Erklärung dafür ausgearbeitet, wie die Sonnenatmosphäre viel heißer werden kann als die Oberfläche. 60 Jahre später schickt sich die US-Weltraumagentur nun an, diese Theorien mit Messergebnissen zu validieren.

[Update 11.08.2018 09:22Uhr]:

Live-Stream vom Startversuch zur Meldung hinzugefügt; der Live-Stream startet wieder beim nächsten Startversuch am Sonntagvormittag. Der Live-Stream wurde gegen das Video vom erfolgreichen Start ausgetauscht.

Parker Solar Probe

[Update 11.08.2018 10:48]:

Der erste Startversuch der Parker Solar Probe war nicht erfolgreich. Der Countdown musste bei -4 Minuten kurzfristig unterbrochen werden, da es Probleme mit den übertragenen Daten von der Startrampe und damit Unklarheiten über den Zustand der Delta-IV-Heavy-Rakete gab, konnte aber nach Behebung des Problems wieder aufgenommen werden. Um 10:22 MESZ waren zwar alle Systeme auf "Go", aber durch die verstrichene Zeit, bis der Countdown wieder aufgenommen werden konnte, schloss sich das Zeitfenster für den Start. Der Start der Delta IV Heavy mit der Parker Solar Probe wurde daher um 24 Stunden verschoben, der Countdown zurückgesetzt. Den nächsten Anlauf unternimmt die NASA am morgigen Sonntag (12. August), er ist terminiert auf 09:31 MESZ. Auch dann überträgt die NASA den Start im Live-Stream.

[Update 12.08.2018 09:50]:

Der zweite Startversuch der Parker Solar Probe am Sonntag war erfolgreich. Die Delta-IV-Heavy-Rakete startete um 9:31 Uhr MESZ in Cape Canaveral. (mho)

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