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Patentwachstum dank digitaler Kommunikation und China

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Die Sparte "Digitale Kommunikation" ist in der Rangliste der internationalen Patentanmeldungen neuer Spitzenreiter. 17,3 Prozent mehr Anmeldungen in diesem Bereich als im Vorjahr meldete die World Intellectual Property Organisation (WIPO) in ihrem Jahresbericht zu internationalen Patentanmeldungen nach dem Patent Coperation Treaty (PCT). Fast ebenso viel wie die digitale Kommunikation dazugewann, verlor die klassische Telekommunikationstechnik: über 15 Prozent. Der ehemalige Spitzenreiter Computertechnik ließ um 7 Prozent auf 9540 Anmeldungen nach.

2010 wurden dem Jahresbericht zufolge 162.900 PCT-Patente angemeldet, im Krisenjahr 2009 waren es 155.398. Die Anmeldezahlen seien nahezu wieder auf dem Niveau von 2008, teilte WIPO-Generaldirektor Francis Gurry mit. PCT-Patente schützen die beschriebene Technik in über 140 Ländern.

Ein großer Teil der Neuanmeldungen kommt wieder aus China. 56 Prozent mehr PCT-Patente haben die dortigen Unternehmen im vergangenen Jahr angemeldet. Der Zuwachs geht zu einem guten Teil auf das Konto des Hardwareherstellers ZTE, der sich in der Gesamtschau hinter den japanischen Konzern Panasonic auf Platz zwei vor den US-Chiphersteller Qualcomm schob. Netzausrüster Huawei meldete zwar deutlich weniger Patente an als 2009 (1528 im Vergleich zu 1859), liegt in der Rangliste damit aber noch vor dem ersten deutschen Unternehmen, der Robert Bosch AG.

Der asiatische Trend im Patentgeschäft hält an, sechs der zehn Spitzenanmelder kommen aus Asien. Siemens liegt aktuell noch auf Platz 12, Deutschland insgesamt behauptet vorerst noch Rang drei hinter den USA und Japan.

Trotz des noch behaupteten Spitzenplatzes und gestiegener Patentanmeldungen etwa von Google (171 Patente 2010 im Vergleich zu 40 im Jahr 2009) verzeichnete die WIPO weiter sinkende Anmeldezahlen aus den USA, und zwar um 1,7 Prozent. Allerdings schlagen die US-Universitäten ihre Kollegen aus anderen Ländern deutlich. Auf den Plätzen eins bis vier der Universitäten unter den Patentanmeldern liegen die University of California, das MIT, die University of Texas und die University of Florida; darauf folgt die Uni Tokio. Das Frauenhofer Institut landet auf der Liste der Unternehmensanmelder auf Rang 40, deutsche Hochschulen werden hier nicht aufgelistet. (anw)