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PayPal rückt dem Bargeld zu Leibe

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PayPal will im stationärem Handel und in der Gastronomie nach und nach dem Bargeld Konkurrenz machen. Im Rahmen eines Pilotprojekts in Berlin-Mitte können die Kunden ab sofort in einigen Läden mit ihrem PayPal-Konto per "Check-in" bezahlen. Das Kassensystem und die auf dem Mobilgerät des Kunden installierte PayPal-App verständigen sich per Internet über den Bezahlvorgang, den der Kunde nur noch bestätigen muss.

Der Payment-Dienst setzte dieses Projekt zusammen mit dem Startup Orderbird um, das bislang nach eigenen Angaben bei etwa 1600 Händlern und Gastronomen Kassensysteme auf iPad-Basis installiert hat. Die neue Bezahlfunktion erfordert keine zusätzliche Hardware. Voraussetzung für Check-in ist eine installierte PayPal-App auf einem iOS- oder Android-Gerät.

Der Autor schaut kritisch, als es ans Bezahlen mit der PayPal-App geht.

Eingebaute Sicherheitsvorkehrungen sind die Möglichkeit zum Gesichtsabgleich – das Kassenterminal zeigt ein Foto an, das der App-Benutzer von sich aufgenommen hat – und eine automatische Verriegelung der App nach dem Bezahlvorgang. Ansonsten greifen die üblichen Sicherheitsmechanismen PayPals, deren Gründlichkeit mit der Höhe des Betrags korreliert. Wie bei PayPal-Bezahlung üblich, kann der Benutzer auswählen, auf welche Weise (etwa Lastschrift oder Kreditkarte) er sein Konto ausgleichen will, falls er kein Guthaben besitzt.

PayPal und Orderbird betonten, dass es sich hierbei um ein Experiment handle, mit dem man Erfahrungen sammeln wolle. Daher ist die Anzahl der teilnehmenden Läden und Lokale auf zehn begrenzt, die alle in der
Umgebung des Rosenthaler Platzes in Berlin-Mitte liegen; als Zeitplan für die allgemeine Freigabe war die Rede von "in den nächsten Monaten". Details wie eine Trinkgeld-Funktion fehlen noch. Die Transaktionskosten trägt der Händler.

Auch in den USA und in Großbritannien testet PayPal sein Check-in-Verfahren. Holger Spielberg, der bei PayPal für mobile und stationäre Bezahllösungen zuständig ist, betonte, dass PayPal mit seiner Sicherheitsarchitektur solche Experimente mit vergleichsweise kleinem Aufwand anstoßen und sie bei Gelingen rasch ausbauen könne.

So fügt sich die Orderbird-Kooperation in eine Liste mit PayPal-Vorstößen, die mit dem klassischen Online-Handel nichts mehr zu tun haben – etwa die erst vergangene Woche gestartete Zusammenarbeit mit dem Taxidienst Uber. Diverse Projekte setzen außerdem auf Bezahlen per QR-Code, etwa in Zeitschriften, auf Plakaten oder flächendeckend im stationären Handel, was seit Anfang September in Oldenburg möglich ist. Offenbar ist PayPal in Verhandlungen mit diversen Ladenketten; in den nächsten Tagen soll eine davon PayPal-Zahlungen an der Kasse ermöglichen. (ad)