Paydirekt: Großbanken stocken Anteile auf

Zum Jahresende sind die kleinen Banken aus dem gemeinsamen Paypal-Herausforderer ausgestiegen. Deutsche Bank und Commerzbank übernehmen.

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  • dpa

Deutschlands Banken versprechen sich von einer schlankeren Eigentümerstruktur einen Schub für den gemeinsamen Bezahldienst Paydirekt. Nachdem Deutsche Bank und Commerzbank ihre Beteiligung zu gleichen Teilen aufgestockt haben, halten nun die beiden großen Privatbanken sowie Sparkassen und Genossenschaftsbanken jeweils ein Drittel der Anteile.

Zum Jahreswechsel waren wie angekündigt zahlreiche kleinere Banken ausgestiegen – darunter Hypovereinsbank, ING, Santander und Targobank. Deren Anteile haben nun Commerzbank und Deutsche Bank übernommen. "Durch diese Anteilsübertragung wird die Gesellschafterstruktur vereinfacht", erklärte eine Paydirekt-Sprecherin am Dienstag in Frankfurt. "So können Entscheidungen künftig schneller, mit weniger Partnern getroffen werden."

Deutsche Bank und Commerzbank waren zuvor mit jeweils 11,11 Prozent an dem Bezahldienst beteiligt. Nun sind es jeweils 16,67 Prozent: Die beiden größten deutschen Privatbanken übernahmen Anteile, von denen sich andere private Institute wie Hypovereinsbank, ING, Santander und Targobank zum 31. Dezember 2019 getrennt hatten.

"Die Commerzbank investiert weiter in Paydirekt. Das machen wir, weil Verbraucher von ihrer Bank ein deutsches Bezahlverfahren für den E-Commerce erwarten", erklärte ein Commerzbank-Sprecher auf Anfrage. Gerade im Weihnachtsgeschäft des vergangenen Jahres habe sich das Bezahlverfahren "sehr gut entwickelt".

Paydirekt ist die Antwort der deutschen Kreditwirtschaft auf den Erfolg des US-Konkurrenten Paypal im boomenden Online-Handel. Vorteil für Kunden nach Einschätzung der heimischen Finanzbranche: Die fälligen Beträge werden vom hinterlegten Girokonto abgebucht – die Daten bleiben somit bei der Hausbank und auf Servern in Deutschland.

Doch Paydirekt setzt sich nur schleppend durch: Gut vier Jahre nach dem Start im Herbst 2015 haben nach aktuellen Zahlen 3,2 Millionen Kunden den Dienst als Zusatzfunktion ihres Girokontos freigeschaltet. Bezahlt werden kann über diesen Weg in etwa 10.000 Online-Shops. Konkurrent Paypal zählt nach eigenen Angaben 23 Millionen Nutzer hierzulande. Zudem werben weitere Anbieter mit Bezahlverfahren: etwa die Techkonzerne Apple ("Apple Pay") und Google ("Google Pay"). (vbr)