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Paydirekt: Sparkassen schaffen Starttermin für Paypal-Alternative nicht

Im November wollen die deutschen Banken ihren Bezahldienst Paydirekt gegen Paypal in Stellung bringen. Zum Start könnte aber ein Großteil der Sparkassenkunden außen vor bleiben, nur ausgewählte Institute sollen anfangs teilnehmen.

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Bezahldienst PayPal

(Bild: dpa, Lukas Schulze/Archiv)

Der für November angesetzte Start des Online-Bezahldienstes Paydirekt könnte ohne einen Großteil der deutschen Sparkassen stattfinden. Man arbeite mit Hochdruck daran, um beim Start "mit ausgewählten Sparkassen und Teilnehmern mit an Bord zu sein", erklärte ein Sprecher des Sparkassenverbands DSGV gegenüber heise online. Paydirekt soll als gemeinsames Projekt der deutschen Kreditwirtschaft der dominanten US-Konkurrenz Paypal Paroli bieten.

Mit rund 47 Millionen verwalteten Girokonten sind die deutschen Sparkassen natürlich ein Schwergewicht – ihr Fehlen könnte dem Start des neuen Dienstes erheblich an Schwung nehmen. Dem DSGV-Sprecher zufolge ist erst im Frühjahr 2016 mit einem breiterem Anschluss der Sparkassen an das Bezahlsystem zu rechnen. Welche Sparkassen-Institute konkret ab Herbst dabei sind, sei noch offen.

Laut Bericht des Handelsblatts sei eine Gesellschaft, mit der sich die Sparkassen an der gemeinsamen Paydirekt-Firma beteiligen wollen, immer noch nicht gegründet worden. Zudem müsste diese noch eine Zahlungsverkehrlizenz von der Bankenaufsicht BaFin einholen und Verträge mit den einzelnen Sparkassen abschließen. Der DSGV-Sprecher verwies hier auf noch offene behördliche Genehmigungen, auf deren "Verlauf und Dauer" man keinen Einfluss habe.

Am heutigen Montag soll zunächst die geschlossene Testphase des neuen Systems beginnen. Den Anfang macht die Hypovereinsbank mit dem Möbelhändler D-Living, weitere Banken sollen folgen. Bis Weihnachten will man die 200 umsatzstärksten Online-Händler zur Akzeptanz des Bezahldienstes bewogen haben, schreibt das Handelsblatt. Ob das gelingt, bezweifeln nicht wenige Beobachter – die Wirtschaftswoche zitierte kürzlich etwa Sprecher verschiedener Händler wie Tchibo, Beate Uhse und Windeln.de, die allesamt kein Interesse an der Einführung bekundeten.

Einer der Gründe für die Verzögerung bei den Sparkassen könnte ihr später Einstieg in das Gemeinschaftsprojekt sein. Lange Zeit galt es als unklar, ob die Sparkassen überhaupt mitziehen. Erst im April wurde die einstimmige Entscheidung des DSGV-Vorstands dafür bekannt. Mit an Bord sind außerdem Commerzbank, Comdirect Bank, Deutsche Bank, Postbank, verschiedene Privatbanken unter Federführung der Hypovereinsbank sowie als Stellvertreter der Volksbanken und Raiffeisenbanken die DZ Bank und WGZ Bank.

Insgesamt dürfte Paydirekt wohl ein Dienst im Stile Paypals werden – mit dem Unterschied, dass die Abwicklung nicht über einen Dritten, sondern direkt zwischen Bank des Kunden und Händler läuft. Nutzer sollen sich über ihr Onlinebanking registrieren können. Beim Kauf über Paydirekt sei dann die Eingabe von E-Mail und Passwort nötig, das Geld soll vom Girokonto abgebucht werden. Dazu solle es Leistungen wie Käuferschutz geben. (axk)

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