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Paypal-Alternative Paydirekt: Ein Start ohne "Big Bang"

Langsam und kontrolliert solle der Start des neuen Bezahldienstes der deutschen Banken ablaufen, erklärte der Paydirekt-Geschäftsführer. Die erste Testtransaktion war der Kauf einer Dartscheibe am Montag.

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Paydirekt

Das neue Online-Bezahlverfahren der deutschen Banken, Paydirekt, tastet sich langsam in den Live-Betrieb vor. Nach dem Start der Pilotphase mit der Münchner Hypovereinsbank Anfang dieser Woche sollen in den nächsten Wochen weitere Banken und Händler dazukommen, wie Paydirekt-Geschäftsführer Niklas Bartelt am Dienstag in Frankfurt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa ankündigte. "Wir wollen technisch sauber sein und das können wir nicht, wenn wir einen Big Bang machen. Deswegen werden wir das kontrolliert nach oben fahren."

Konkrete Zahlen nannte Bartelt nicht. Er betonte jedoch: "Wir werden Ende des Jahres am Markt sein." Das gelte zumindest für die Banken, die von Anfang an dabei waren, also Privatbanken wie Deutsche Bank und Postbank, Commerzbank und Comdirect, HVB sowie die Volks- und Raiffeisenbanken. Die Sparkassen waren erst später aufgesprungen und werden zu einem Großteil wohl erst im Frühjahr 2016 dabei sein, wie am Montag bekannt wurde. Zum Start sollten nur "ausgewählte Sparkassen“ dabei sein, hatte ein Sprecher des Sparkassenverbands DSGV mitgeteilt.

Die erste Transaktion konnte Paydirekt am 17. August um 10.46 Uhr verbuchen: Beim Testpartner, dem Online-Händler D-Living wurde eine Dartscheibe auf diesem Weg bezahlt. Käufer waren Mitarbeiter der Hypovereinsbank.

Mit dem neuen Online-Bezahlverfahren bekommt unter anderem der US-Riese Paypal in Deutschland Konkurrenz. Nach einmaliger Registrierung über ihr Konto bei der teilnehmenden Bank können Nutzer beim Einkaufen im Internet in der Regel über die Eingabe von Benutzername und Passwort bezahlen. Die fälligen Beträge werden von dem hinterlegten Girokonto abgebucht. Auf Händlerseite gebe es viele Gespräche mit Interessenten, sagte Bartelt. "Wir werden sicher nicht jeden Händler bis zum Jahresende angebunden haben, aber unser Ziel ist schon, ein attraktives Portfolio anzubieten." Letztlich für Paydirekt freigeschaltet werden sollen Händler, die mit allen teilnehmenden Banken zusammenarbeiten.

Auf Kundenseite sollen mittelfristig Online-Zahlungen für 50 Millionen Girokonten abgewickelt, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Bartelt. Paypal kommt in Deutschland eigenen Angaben nach auf 16 Millionen Accounts. Anders als bei Paypal sollen hier die Transaktionen aber direkt von der Bank zum Händler laufen. Dementsprechend müssten die Händler auch die Gebühren mit den einzelnen Banken aushandeln, erklärte Bartelt Reuters zufolge. Dies sei eine Forderung der deutschen Kartellbehörde gewesen. (Mit Material der dpa) / (axk)

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