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Paypal rudert zurück: Zahlungen für Seafile wieder freigegeben

Nach einer als endgültig bezeichneten Sperre hat es sich Paypal nun doch anders überlegt: Das Konto des Cloud-Dienstes Seafile wird wieder freigegeben. Seafile will sich trotzdem anderweitig umsehen.

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(Bild: dpa, Lukas Schulze/Archiv)

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Paypal hat seine Entscheidung, den Cloud-Dienst Seafile zu sperren, wieder zurückgenommen. Eine Sprecherin des US-Bezahldienstes erklärte heise online, dass man nach erneuter Prüfung der Geschäftstätigkeit Seafile wieder den Zahlungsbetrieb eröffne. Wegen eines nicht weiter genannten Verstoßes hatte Paypal zuvor dem Cloud-Anbieter die Annahme von Zahlungen seit dem 19. Juni untersagt – und damit für ein vermutlich ungewollt großes Medienecho gesorgt.

Laut Seafile hatte Paypal zuvor gefordert, dass der Cloud-Dienst den Datenverkehr seiner Nutzer auf illegale Inhalte überwache und "detaillierte Statistiken“ über verwendete Dateitypen vorlege. Nach der Weigerung Seafiles sprach Paypal die als "endgültig“ bezeichnete Sperre aus.

Der Bezahldienst erklärte zum Vorwurf der Bespitzelungsforderung: "PayPal verlangt nicht und hat noch nie von einem Händler verlangt, dass dieser in die Privatsphäre seiner Kunden eindringt.“ Allerdings müsse man sich als weltweit tätiger Anbieter auch einen Überblick verschaffen, ob die Geschäfte der Unternehmenskunden geltenden Gesetzen entsprechen. In diesem Fall sei es unter anderem um Gesetze gegangen, "die sich auf das Teilen oder das Verbreiten illegaler Inhalte beziehen“. Bei Seafile habe man damit aber falsch gelegen: „Wir bedauern, dass wir im Fall von Seafile die Situation nicht gleich richtig eingeschätzt haben“, sagte die Sprecherin.

Seafile bestätigte heise online auf Anfrage die Entsperrung des Kontos. Paypal habe sich entschuldigt und erklärt, dass man Seafile nicht als "High Risk Business" einstufe. Die Sperrung sei eine Fehlentscheidung gewesen. Wie Silja Jackson von Seafile erklärte, ändere das aber nichts an der Suche nach anderen Partnern für Onlinezahlungen. "Wir werden Paypal nicht mehr verwenden. Die Unsicherheit ist uns einfach zu groß.“ (axk)