Peer-to-Peer-Suchmaschine des DFN geht in Testbetrieb

Der DFN-Verein erprobt ab Juli die Peer-to-Peer-Suchmaschine "DFN Science-to-Science" für das Gigabit-Wissenschaftsnetz.

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Von
  • Oliver Lau

Der DFN-Verein erprobt ab Juli die Peer-to-Peer-Suchmaschine DFN Science-to-Science (DFNS2S) für das Gigabit-Wissenschaftsnetz (G-WiN).

Gängige Suchmaschinen wie Google grasen das Web nach Informationen ab und legen einen zentralen Index darüber an; in Unternehmen und Organisation werden oft die Mitarbeiter verpflichtet, sämtliche Dokumente auf einem Server abzulegen oder in ein Dokumenten-Management-System (DMS) einzupflegen -- was sie aber leider nur höchst selten tun. Das DFNS2S schlägt hier eine Brücke: Die Dokumente bleiben auf dem lokalen Rechner des Teilnehmers liegen. Eine zusätzlich zu installierende Software, Provider Peer genannt, legt einen Volltextindex darüber an -- im Gegensatz zu den klassischen Tauschbörsen wie Gnutella oder Kazaa, bei denen nur die Metadaten der Dateien erfasst werden, aber nicht ihr kompletter Inhalt. Die anderen Teilnehmer können diesen Index dann auf der Suche nach Information von einem Consumer Peer durchforsten lassen.

Die Provider unter den Teilnehmern geben mit Hilfe des Provider Peers ein Verzeichnis auf der lokalen Festplatte für die Öffentlichkeit frei. Die dort abgelegten Dateien sind dann von jedem anderen DFNS2S-Nutzer abrufbar. Teilnehmer, die keine eigenen Dokumente der Allgemeinheit zugänglich machen wollen, müssen auch keine zusätzliche Software installieren. Sie betreiben ihre Recherche über einen zentral betriebenen Webserver, der als so genannter Consumer Peer Kontakt zu den Providern aufnimmt.

Die Vorteile des Verfahrens sind offensichtlich: Gibt es Änderungen an Dokumenten, kommen welche hinzu oder werden gelöscht, muss nur ein im Vergleich zu zentral organisierten Suchmaschinen kleiner Index auf den neuesten Stand gebracht werden. Das schont Ressourcen. Außerdem reduziert sich der Aufwand bei der Publikation von Dokumenten. Wenn das System aktiv genutzt wird, liefert die Recherche darüber hinaus vollständigere und aktuellere Ergebnisse als bei zentralisierter Indexverwaltung. Gegenüber Dokumenten-Management-Systemen entfällt beim Peer-to-Peer-Prinzip die teure Pflege eines zentralen Archivs -- allerdings auch die Möglichkeit eines bequemen Backups.

DFNS2S wird mit Mitteln des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Peer-Software wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Interessierte können sich als Beta-Tester anmelden. (ola)