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Peking droht mit Verkaufsverbot für iPhone 6

Apple soll das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus in Peking nicht mehr verkaufen dürfen. Das Design verletze das Patent eines kleinen chinesischen Smartphone-Herstellers.

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(Bild: dpa, Andrea Warnecke)

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Die Pekinger Behörde für geistiges Eigentum hat Apple den Verkauf seiner iPhone-Modelle 6 und 6 Plus untersagt, weil es dem patentierten Design eines chinesischen Smartphones – dem Modell 100c von Baili – zu ähnlich sehe. Wie das Wall Street Journal berichtet, beschränkt sich das angedrohte Verkaufsverbot auf Peking und gilt auch nicht für die aktuellen 6s-Modelle.

Apple versicherte in einer Stellungnahme, dass die iPhone-Modelle 6 und 6 Plus ebenso wie iPhone 6s und 6s Plus in China derzeit weiterhin verkauft werden. Der Konzern habe im vergangenen Monat eine behördliche Anweisung von einer regionalen Patentbehörde in Peking erhalten und Berufung dagegen eingelegt. So lange sei die Anordnung ausgesetzt. Weder über den Patentinhaber Baili noch über dessen Smartphone-Modelle 100c und 100+ gibt es sonderlich viele Informationen. In einem Online-Shop findet man lediglich eine Handvoll Bilder sowie ein Video aus dem Jahr 2014.

Vom Smartphone 100c beziehungsweise 100+ gibt es nur wenige Bilder, dieses stammt aus dem Online-Shop Vickmall.

(Bild: Vickmall)

Sollte sich die Behörde durchsetzen, dürfte das Verbot dennoch relativ wenig Einfluss auf Apples Verkaufszahlen haben, weil die meisten Händler auf die akutellen 6s-Modelle setzen und im Herbst das iPhone 7 erwartet wird.

Der etwas bizarr anmutende Fall und die Rückschläge der vergangenen Monate zeigen aber, wie schwierig der chinesische Markt für Apple ist. Vermutlich deshalb sackte die Apple-Aktie um 2,3 Prozent ab. China ist ein wichtiger Markt für Apple, der Hersteller erzielt dort etwa ein Viertel seines Umsatzes und konnte im vergangenen Jahr seine Erlöse fast verdoppeln.

Im April hatten die Chinesen jedoch bereits Apples E-Book- und Filmangebot gesperrt, im Mai verlor der Konzern die Exklusivrechte an der Marke iPhone. Nun darf auch ein chinesischer Taschenhersteller den Namen verwenden. Vielleicht zahlt sich ja irgendwann die Eine-Milliarde-Dollar-Investition in den Uber-Konkurrenten Didi Chuxing aus. Diese begründete Konzernchef Tim Cook mit den Worten: "Wir haben uns aus einer Reihe von strategischen Gründen für die Investition entschieden, darunter die Chance, mehr über bestimmte Bereiche des chinesischen Marktes zu lernen." (atr)