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Pen-Computing-Test: Samsung Galaxy Note 8, Microsoft Surface Book 2 und Lenovo Yoga Book

In vielen Situationen eignet sich ein aktiver Stylus besser für schnelle Notizen und Skizzen als Tastatur und Maus. Wir testen unterschiedliche Ansätze mobiler Geräte mit Eingabestift von Samsung, Microsoft und Lenovo auf ihre Alltagstauglichkeit.

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Test: Mobilgeräte mit Stiftbedienung im Vergleich

Inhaltsverzeichnis

Nachdem die Technik lange ein Nischendasein fristete, erblicken immer mehr Mobilgeräte mit digitalen Stiften das Licht der Welt. Aus gutem Grund: Die Eingabegeräte stellen eine ideale Ergänzung für Mobilgeräte dar. Sie spielen insbesondere dort ihre Vorteile aus, wo eine Bildschirmtastatur unpraktisch und der Finger zu ungenau ist. Nicht verwechseln sollte man sie mit Eingabehilfen in Stiftform, die die Fingerkuppe ersetzen, aber ohne ausgeklügelte Technik nur wenig Genauigkeitsgewinn bringen.

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Unterwegs etwas zu notieren, gelingt mit einem Stift häufig schneller als mit einer Tastatur. Und dank der Handschrifterkennung kann man den erfassten Text direkt in einem Dokument weiterverarbeiten. Aber auch für die kreative Arbeit rentiert sich der Stift: Mit Zeichnungen und Skizzen kann der Designer vom Rohentwurf bis zur abgabefertigen Fassung kontinuierlich arbeiten und jederzeit Änderungen an seinen Zeichnungen vornehmen.

Dass digitale Stifte eher im hochpreisigen Segment anzutreffen sind, liegt an der aufwendigen Technik. Sie ist komplizierter als die herkömmlicher Touchscreens, da die Geräte in der Regel einen zweiten Digitizer enthalten. So ausgerüstete Systeme nennen viele Hersteller daher auch Pen-Computer. Die Technik hat sich in den in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt: Ein Pen mit 4096 Druckstufen gilt fast schon als Standard und erste Modelle mit 8096 Stufen sind bereits erhältlich.

Herstellerspezifische Stifte

In der Praxis hängt der Nutzen digitaler Stifte vom Betriebssystem und der Anwendungssoftware ab. Es gibt viele Applikationen, die die Entwickler explizit auf einen Stift auslegen – vom einfachen Notizprogramm über diverse Spezialanwendungen bis hin zu professionellen Zeichenwerkzeugen. Hinzu kommen branchenspezifische Anwendungen, etwa im Bestell- und Formularwesen.

Ein induktiver Digitizer reagiert auf das Feld des Schwingkreises im Stift.

Wie ein Blick auf die derzeit verfügbaren Geräte zeigt, verfolgen die Hersteller selbst jedoch unterschiedliche Ansätze. Marktführer ist nach wie vor Samsung mit der Galaxy-Note-Serie, dank der immer mehr Android-Nutzer Stifte verwenden. Ein weiterer langjähriger Verfechter ist Microsoft. Mit Windows Ink veröffentlichte der Konzern erst 2016 eine weitere Iteration der 1992 mit dem Tablet-PC erstmals eingeführten Stifttechnik. Viele Hersteller von Convertible-Notebooks springen seitdem auf den Windows-Ink-Zug auf und bringen eigene Geräte mit Stift heraus. Auch Google mit dem Pixelbook und Apple mit dem iPad Pro und dem Apple Pencil haben stiftbasierte Systeme im Programm. Allerdings beschränkt Apple die Funktionen in iOS auf ein Minimum: Nur spezielle Apps verwenden den Stift und eine Handschrifterkennung erfordert Zusatzsoftware. Googles Pixelbook ist noch nicht in Deutschland erhältlich.

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Technik eines Digitizers

Fürs Erkennen der Stiftposition gibt es drei Techniken. Resistive Digitizer verfügen über ein Netz schmaler Leiterbahnen, die Veränderungen des Widerstands erkennen, sobald der Nutzer den Bildschirm mit dem Stift berührt. Der Ansatz ist allerdings ungenau und veraltet.

Kapazitive Digitizer messen Veränderungen der Ladungsverteilung in einem Geflecht aus Leiterbahnen durch die Berührung mit leitfähigen Materialien. Hierfür genügen die Finger, ein Stylus mit leitender Spitze funktioniert ebenfalls, ist mit spezieller Interpolationssoftware aber genauer.

Induktive Digitizer erfassen hingegen Veränderungen eines elektromagnetischen Feldes durch den Stift. Das ist zuverlässiger, resultiert in genaueren Ergebnissen und Finger beeinflussen die Technik nicht – Basis der Trennung von Stift und Touch, also der Handballenerkennung. Bei induktiven Digitizern können aktive Stifte ein eigenes Feld erzeugen, benötigen dazu aber eine Batterie. Passive induktive Stifte regt das Feld des Digitizers zur Resonanz an. Durch mehrere Leiterbahnlagen lässt sich der Winkel des Stiftes ermitteln, Sensoren im Stift messen den Druckwert, der dann über eine Modulation des Feldes übertragen wird. Genauso wird der Druck auf eine Taste am Stift übermittelt.

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