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Per App zum Parkplatz: Bei Dresden bekommen Parkbuchten Sensoren

Mit der App freie Parkplätze finden: Das soll künftig im Dresdner Umland möglich sein. Rund 800 Parkplätze auf Park-and-Ride-Plätzen erhalten derzeit Sensoren.

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Parkplatz in der Stadt

(Bild: dpa, Hendrik Schmidt)

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Statt ewig um den Block zu irren, zielgerichtet einen Parkplatz ansteuern: Im Dresdner Umland sollen Autofahrer künftig kostenlos per App überprüfen können, wo es freie Parkplätze gibt. Vorerst rund 800 Parkplätze auf Park-and-Ride (P+R)-Parkplätzen will der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) bis Ende 2019 mit Sensoren ausstatten, die in Echtzeit Daten an den VVO übertragen.

Der VVO wiederum macht die Informationen über seine Auskunfts-App für Kunden sichtbar. "Mit der Funktion bieten wir eine grobe Orientierung, wo es freie Parkplätze gibt", sagte Christian Schlemper, Sprecher des VVO. Einen Parkplatz aus der Ferne reservieren kann man mit der App jedoch nicht.

Die Suche nach einem Parkplatz nervt viele Autofahrer. Belastbare Studien, wie lange Autofahrer im Schnitt nach Parkplätzen suchen, gebe es nicht, sagt Katharina Lux von der Frankfurt University of Applied Sciences, die zum Thema forscht. Einige Untersuchungen gehen davon aus, dass bis zu 30 Prozent des Stadtverkehrs sogenannter "Parksuchverkehr" ist. Einig sind Verkehrsplaner darin, dass es mit einer einfacheren Parkplatzsuche weniger Lärm und weniger Emissionen gibt.

Bisher konnten Autofahrer sich über Apps bereits informieren, wo es am Wunschort überhaupt Parkplätze gibt (eine Funktion, die auch Google Maps zunächst in den USA erprobt). Mehrere Anbieter geben etwa einen Überblick über die Parkhäuser in Deutschland. In einigen Städten ist es auch möglich, per App Parkplätze zu bezahlen. "Nun tüfteln mehrere Anbieter an verlässlichen Vorhersagen, wo es freie Parkplätze gibt", erklärte Lux. Der Markt sei stark umkämpft.

In Dresden kommen die Sensoren vom Nürnberger Start-up Smart City System. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesverkehrsministerium. Es übernimmt 50 Prozent der insgesamt 184.000 Euro an Investitionskosten. Den Rest trägt der VVO. Die ersten vier Anlagen sollen bis zum Ende des Jahres einsatzbereit sein. Nicht nur in Dresden klebt Smart City System Sensoren: Weitere Projekte gebe es beispielsweise in Leipzig und Zwickau. Das Nürnberger Start-up ist längst nicht das einzige am Markt: Ein anderes Start-up, das Parksensoren anbietet, ist etwa Park here aus München.

Doch es gibt auch Kritiker: "Ich glaube nicht, dass sich das flächendeckend durchsetzt", sagt Reinhard Koettnitz, Leiter des Straßen- und Tiefbauamts Dresden. Die Anschaffung der Sensoren sei teuer, nach einer bestimmten Laufzeit müssten sie ersetzt werden. Hinzu komme, dass sie im Freien der Witterung ausgesetzt sind. Schließlich ließe sich kaum steuern, wie viele Autofahrer die als frei angezeigten Parkplätze anfahren. In der Folge könne dadurch eher mehr Parksuchverkehr entstehen.

Auch Wissenschaftlerin Lux hat Bedenken und ist gespannt auf den Ausgang des Modellprojekts in Dresden. Sie glaubt, dass sich künftig eher eine von GPS-Daten unterstützte Parkplatzsuche durchsetzen wird. (tiw)