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Personalisierte Werbung: StudiVZ um Schadensbegrenzung bemüht

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Nach heftigen Protesten gegen seine neuen Geschäftsbedingungen bemüht sich die Studenten-Community-Plattform StudiVZ um Schadensbegrenzung: Am Donnerstag traf sich Geschäftsführer Marcus Riecke mit dem Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix, um über die neuen Regeln zu diskutieren. Weitere Gespräche sollen folgen. Die Holtzbrinck-Tochterfirma will von Januar an nutzerbezogene Werbung schalten und dafür persönliche Daten verwenden. Wer den neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nicht bis Ende März zustimmt, dessen StudiVZ-Account soll gelöscht werden.

Riecke sagte der dpa, dass es einige "Missverständnisse" um die Änderung der Konditionen gegeben habe. So sei der Verkauf persönlicher Daten an andere Unternehmen nie beabsichtigt gewesen. Er betonte, dass Mitglieder zielgerichtete Werbung und damit auch die Verwendung personenbezogener Daten über eine "opt-out"-Funktion verhindern könnten. Das bestätigte auch Datenschützer Dix. Eine abschließende Bewertung wollte Dix aber unter Hinweis auf die laufenden Gespräche nicht abgeben.

Das Unternehmen wollte sich mit den neuen AGB zunächst auch die Erlaubnis einholen, den Mitgliedern Werbung per SMS oder Instant Messenger zu schicken. Das Unternehmen kippte den Passus jedoch wegen zahlreicher Beschwerden. Nach Bekanntgabe der Regeln hatten zahlreiche Mitglieder gegen die Verwendung persönlicher Daten für Werbezwecke protestiert. Sie entfernten beispielsweise Fotos und Informationen, anonymisierten ihre Profile oder bezeichneten den Betreiber in Diskussionsgruppen als "StasiVZ". Etliche Nutzer kündigten zudem an, mit Ablauf der Zustimmungsfrist ihr Profil zu löschen. Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hatte das Vorgehen von StudiVZ scharf kritisiert.

Siehe dazu auch:

(dpa) / (dpa) / (jk)

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