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Personendaten von 1,3 Milliarden Chinesen online abrufbar

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Bekannt ist der Schwindel mit Identitäten vor allem aus den USA: Betrüger eröffnen unter dem Namen und mit der Social Security Number Fremder Konten, lassen sich Kreditkarten ausstellen, kaufen im Internet ein. Aber auch im bevölkerungsreichsten Land der Erde gibt es offenbar massive Probleme mit falschen Identitäten. Nach Angaben des chinesischen Ministeriums für öffentliche Sicherheit (Ministry of Public Security, MPS) benutzen zirka 90 Prozent der Strafttäter in China gefälschte Personaldokumente.

Um den Missbrauch einzudämmen, hat das MPS die weltweit größte Personen-Datenbank aufgebaut, in der nach Angaben der offiziellen Nachrichtenagentur Xinhua Daten von inzwischen rund 1,3 Milliarden Chinesen abgelegt sind: Name, ID-Kartennummer und Foto. Per Web-Zugriff oder SMS-Anfrage könne künftig jeder überprüfen, ob ein bestimmter Name zu einer bestimmten ID-Kartennummer passt. Ist dies der Fall, wird bei Online-Anfragen zudem das gespeicherte Bild der entsprechenden Person angezeigt.

Ziel des freien Online-Zugriffs auf die Datenbankeinträge sei unter anderem, eventuelle Fehler bei der Erfassung der Daten aufzudecken, heißt es bei Xinhua. China hatte im Jahr 2004 damit begonnen, neue Identifizierungs-Chipkarten an die Bürger auszugeben – und die elektronische Überwachung nimmt kontinuierlich zu. Hotels in der Provinz Guangdong beispielsweise müssen seit Herbst vergangenen Jahres die Daten ihrer Gäste innerhalb von drei Stunden nach dem Check-in online an die örtliche Polizei übermitteln.

Und da im Reich der Mitte offenbar auch bei der Liebe häufig getrickst wird, legten die Behörden in Peking zuletzt auch noch eine Heirats-Datenbank an. Neben Namen, Adressen und ID-Kartennummern sind dort Informationen zum Familienstand von Einwohnern der Millionen-Metropole einsehbar. Ziel sei der Schutz vor Heiratsschwindlern und die Vermeidung von Mehrfachehen, teilten die Behörden mit. (pmz)

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