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Phenom-II-Prozessoren für Notebooks

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Der Prozessorhersteller AMD erweitert sein Angebot an Mobil-Prozessoren deutlich: Mit den neuen Plattformen Danube und Nile kommen nicht nur AMDs erste Triple- und Quad-Core-CPUs für Notebooks auf den Markt, sondern auch besonders stromsparende Modelle für kleine und leichte Notebooks.

Die neuen Flaggschiffe hören auf den von Desktop-PCs bekannten Namen Phenom II und haben je nach Ausführung zwei (Namenszusatz X2), drei (X3) oder vier Kerne (X4) – ein einfaches und einleuchtendes Schema, gerade im Vergleich zu Intels Verwirrspiel bei den Core-i-Bezeichnungen. Darunter sortieren sich Turion-II- und Athlon-II-Doppelkerne ein. Die bisherige Billigmarke Sempron gibt es für Notebooks nicht mehr; die günstigen Einkernprozessoren hören jetzt nur noch auf eine V-Modellnummer.

AMDs Notebook-Prozessoren mit DDR3-Unterstützung
Name Modell Takt Kerne L2-Cache TDP
Phenom II X4 Black Edition X920 2,3 GHz 4 4 × 512 KByte 45 W
Phenom II X2 Black Edition X620 3,1 GHz 2 2 × 1 MByte 45 W
Phenom II X4 N930 2,0 GHz 4 4 × 512 KByte 35 W
Phenom II X3 N830 2,1 GHz 3 3 × 512 KByte 35 W
Phenom II X2 N620 2,8 GHz 2 2 × 1 MByte 35 W
Turion II X2 N530 2,5 GHz 2 2 × 1 MByte 35 W
Athlon II X2 N330 2,3 GHz 2 2 × 512 KByte 35 W
Phenom II X4 P920 1,6 GHz 4 4 × 512 KByte 25 W
Phenom II X3 P820 1,8 GHz 3 3 × 512 KByte 25 W
Turion II X2 P520 2,3 GHz 2 2 × 1 MByte 25 W
Athlon II X2 P320 2,1 GHz 2 2 × 512 KByte 25 W
V-Serie V120 2,2 GHz 1 512 KByte 25 W
Turion II X2 Neo K665 1,7 GHz 2 2 × 1 MByte 15 W
Turion II X2 Neo K625 1,5 GHz 2 2 × 1 MByte 15 W
Athlon II X2 Neo K325 1,3 GHz 2 2 × 1 MByte 12 W
Athlon II Neo K125 1,7 GHz 1 1 MByte 12 W
V-Serie V105 1,2 GHz 1 512 KByte 9 W

Den Notebook-Phenoms fehlt der bei den gleichnamigen Prozessoren für Desktop-Rechner vorhandene L3-Cache, aus dem Letztere viel Rechenleistung schöpfen: Passen die zu bearbeitenden Daten bei den Mobilprozessoren nicht in den bis zu 1 MByte großen L2-Cache oder wechselt ein Thread von einem Kern zu einem anderen, so bleibt hier nur der zeitintensive Umweg über den vergleichsweise langsamen Hauptspeicher.

Das schlägt sich auf die Rechenleistung nieder: Der Phenom II X4 N930 erreicht im CineBench R10 (32 Bit) rund 6200 Punkte im Multi-Thread-Test. Damit ist er zwar deutlich schneller als ein Core i3-330M (~5400 Punkte) und nur wenig langsamer als ein Core i5-430M (~6400 Punkte), doch bei diesen CPUS handelt es sich um Doppelkerne mit Hyper-Threading. Intels echte Vierkerne – sei es der ältere Core 2 Quad Q9000 oder ein aktueller Quad-Core-Prozessor der Core-i7-Schiene – erreichen dagegen mühelos mindestens 7500 Punkte. Ein Phenom II X3 N830 erzielt rund 4900 Punkte; so schnell waren bislang bereits Core-2-Duo-Doppelkerne mit 2,4 GHz. In Single-Thread-Anwendungen schneiden AMDs Neulinge viel schlechter ab als Intels Core-i-Prozessoren, weil Letztere per Turbo Boost ihren Takt um etliche Stufen erhöhen. AMDs ähnliche Technik Turbo Core bleibt derzeit ausschließlich den Desktop-Flaggschiffen Phenom II X6 vorbehalten.

Beim Hauptspeicher vollzieht AMD jetzt den Schritt von DDR2 hin zum etwas schnelleren und energieeffizienteren DDR3-Standard. Außer normalen Modulen der Geschwindigkeitsstufen DDR3-800 bis DDR3-1066 unterstützen etliche Prozessoren die noch stromsparendere Low-Power-Variante mit von 1,5 V auf 1,35 V gesenkter Versorgungsspannung. Das hilft beim Stromsparen: Im Testlabor begnügte sich ein Prototyp des 15,6-Zoll-Notebooks HP ProBook 6555b mit gerade mal 11 Watt – bravo. Solch niedrige Verbrauchswerte kannte man sonst nur von Intel-Notebooks.

Mit den Neulingen bietet AMD außerdem ein differenziertes CPU-Portfolio an, das nicht mehr nur Mobilprozessoren mit 35 Watt TDP (Thermal Design Power) beinhaltet. Die Black-Edition-CPUs mit X-Modellbezeichnung erzeugen bis zu 45 Watt Abwärme und lassen sich mangels Multiplikatorsperre einfach übertakten, was besonders leistungsstarke und damit voluminöse Kühler erfordert – nichts für dünne, leichte Geräte.

Für diese eignen sich dagegen die P-Modelle, die sich (analog zu Intels Core-2-Duos mit P-Nummer) nur bis zu 25 Watt genehmigen. Beachtlich: AMD bietet im 25-Watt-Rahmen nicht nur Doppelkerne, sondern auch Triple- und Quad-Core-Prozessoren an. Da AMD die Taktraten für die 25-Watt-Rahmen nur moderat gegenüber den 35-Watt-Modellen senkt, liefern auch sie eine durchaus ordentliche Performance: Der Phenom II X3 P820 erzielt im CineBench knapp 4200 Punkte.

Für noch kleinere Subnotebooks sind die K-Varianten gedacht, die unter Last lediglich 12 bis 15 Watt aufnehmen; die Prozessoren sind auch am Namenszusatz Neo zu erkennen. Ihre Rechenleistung liegt auf dem Niveau von Intels CULV-Prozessoren wie dem Pentium SU4100.

Einzig für die Einkernprozessoren der V-Serie gibt es kein einheitliches TDP-Schema – wobei man hierzulande wohl nur den Einkernprozessor V105 antreffen wird, der sich mit einer maximalen Abwärme von 9 Watt für leistungsstarke Netbooks beziehungsweise günstige Subnotebooks anbietet. Solche will unter anderem Acer anbieten, und zwar als Aspire One 521 (10 Zoll) und 721 (11,6 Zoll). Im 11,6-Zöller Aspire 1551 arbeiten dagegen K-Prozessoren wie der Athlon II X2 K325.

Vor allem im Netbook-Markt punktet AMD im Vergleich zu Atom-Geräten mit der leistungsfähigeren Grafikeinheit: Selbst die kleinsten Prozessoren bekommen den aktuellen M880G-Chipsatz spendiert, dessen Grafikeinheit Radeon HD 4225 dank der Videobeschleunigungseinheit UVP die bei HD-Videos verbreiteten Codecs H.264, VC-1 und MPEG-2 ohne Zutun der CPU dekodiert. Bei den Chipsatzvarianten für "normale" Notebooks" läuft der Grafikkern mit höherem Takt und heißt dann HD 4250 oder HD 4270.

Notebooks mit den neuen Prozessoren werden mit AMDs Vision-Logo in den Handel kommen. Zusätzlich zu den drei bisherigen Einstufungen Basic, Premium und Ultimate führt AMD jetzt Vision Black ein: Dieses Logo dürfen nur Notebooks mit den schnellsten CPUs und leistungsstarken Mobility-Radeon-HD-5000-Grafikchips tragen. Außerdem führt AMD das Vision-Logo ab sofort auch bei Desktop-PCs ein. (mue)

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