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Philologenverband für schärfere Maßnahmen gegen Internet-Mobbing

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Der Deutsche Philologenverband hat in Berlin schärfere Maßnahmen gegen das zunehmende Internet-Mobbing gegen Lehrer gefordert. Die Opfer müssten künftig rechtlich besser geschützt werden, verlangte der Verbandsvorsitzende Heinz-Peter Meidinger in einer Mitteilung. Das am 1. März dieses Jahres in Kraft getretene Telemediengesetz (TMG) müsse entsprechend nachgebessert werden. Auch an Berliner Schulen waren in jüngster Zeit wiederholt im Internet Mobbing-Beiträge gegen Lehrer aufgetaucht.

Nach wie vor sei es so, "dass Diensteanbieter wie Youtube.com und andere für die Einstellung fremder Inhalte wie Hinrichtungsvideos von Lehrern auf ihren Plattformen nicht verantwortlich gemacht werden können". Damit liege der "Schwarze Peter" bei den Opfern, die selbst gegen die ihnen unbekannten Täter juristisch vorgehen müssen. Das sei nicht hinnehmbar, erneuerte Meidinger Kritik, die er bereits im Juni geäußert hatte. Die Anbieter- oder so genannte Mitstörerhaftung sei im Gesetz völlig unbefriedigend geregelt.

Das wachsende Internet-Mobbing gegen Lehrer soll laut Bildungsgewerkschaft in Schleswig-Holsteins Schulen deutlicher zur Sprache kommen. "Zwar besteht zu Dramatisierungen kein Anlass, trotzdem müssen Lehrer besser vor Attacken im Internet geschützt werden", sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Matthias Heidn, heute in Kiel. Schüler sollten auch auf mögliche Konsequenzen hingewiesen werden. So dürften Lehrer in krassen Fällen nicht vor Strafanzeigen zurückschrecken. "Beleidigungen und Bloßstellungen via Internet dürfen nicht als neue Variante von Schülerstreichen akzeptiert werden", sagte Heidn. (dpa) / (anw)