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Photoshop: Mehr Kontrolle über die KI

Eine "Sneak Preview" zur Adobe Max 2019 zeigt, wie Photoshop in Zukunft KI-gestützt retuschiert, nämlich wieder mit mehr Kontrolle durch den Anwender.

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In der aktuellen Version Photoshop 20.0 geht "inhalts-basierte Füllung" oft schief. Hier hat Photoshop zwar den markierten Herren (links) retuschiert, allerdings dafür einen Baumstumpf eingefügt.

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Im Rahmen der Hausmesse Adobe Max 2019 soll Anfang November ein Update für Photoshop CC 20.0 erscheinen, das dem Anwender mehr Kontrolle bei der KI-gestützen Retusche ermöglicht. Benutzer erhalten dazu im Dialog für "inhalts-basierte Füllung" die neuen Sampling-Optionen "Auto" und "Custom", mit denen sich solche Fehler leicht korrigieren lassen.

Die Bildbearbeitung Adobe Photoshop kann bereits seit einiger Zeit mithilfe künstlicher Intelligenz Bildteile retuschieren, indem sie die Umgebung analysiert und einen markierten Bereich damit füllt. Dazu nutzt Adobe sein KI-Framework Sensei. Leider geht das in detailreichen Ausgangsbildern oft schief. Im Bildbeispiel hatte sich der Zuschauer mit den verschränkten Armen bewegt und sollte daher verschwinden. Sensei hat, statt den hübschen Hintergrund wirken zu lassen, einen schulterhohen Baumstumpf eingefügt – Experiment gescheitert, bitte wählen Sie ein anderes Werkzeug.

Der Dialog "inhalts-basierte Füllung" steht über das Bearbeiten-Menü zur Verfügung. Er zeigt links das Ausgangsbild und rechts das Resultat. In der aktuellen Version lässt sich am Sampling-Bereich bisher nichts ändern, weshalb das Werkzeug selten den gewünschten Effekt hervorruft. Diese Einstellung heißt künftig in der englischen Version "rectangular" und nutzt das gesamte Bild als Quelle.

Photoshop Sneak Peek: Update für inhalts-basierte Füllung (Quelle: Adobe Photoshop)

In der künftigen Fassung lässt sich der Sampling-Bereich wählen. Neu ist der "Sampling-Pinsel", mit dem man definieren kann, welche Bildbereiche das Werkzeug nutzt. Mit der Sampling-Methode "Auto" richtet sich die KI nach einem markierten Bereich. Er eignet sich vor allem für Anwendungsfälle, in denen man einen Bildbereich gezielt von der Analyse ausnehmen möchte. Es handelt sich dabei um eine Art Halbautomatik.

Die Methode "Custom" ist in der Nutzung mit dem Bereichsreparaturwerkzeug vergleichbar. Hier markiert man mit dem Sampling-Pinsel den exakten Bildbereich, den die Software zur Rekonstruktion nutzen soll. Die Optionen ändern das Tool nicht von Grund auf, lassen aber hoffen, dass sich Sampling-Fehler wie im Aufmacherbeispiel mit dem Baumstumpf künftig vermeiden lassen.

(akr)