Physiker beruhigen Öffentlichkeit: CERNs Large Hadron Collider ist sicher

Der Betrieb des Große Hadronen Beschleunigers (LHC) am Schweizer Kernforschungszentrum stellt nach Auffassung der LHC Safety Assessment Group (LSAG) keine Gefahr für die Öffentlichkeit dar.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 803 Beiträge
Von
  • Wolfgang Stieler

Der Betrieb des Großen Hadronen Beschleunigers (LHC) am Kernforschungszentrum CERN stellt nach Auffassung der LHC Safety Assessment Group (LSAG) keine Gefahr für die Öffentlichkeit dar. Die Expertenkommission war bereits 2003 zu einem ähnlichen Schluss gekommen – der neuste Bericht klopft die Befunde von 2003 nun noch einmal unter Berücksichtigung neuer Experimente und Berechnungen ab.

In dem rund 27 Kilometer langen unterirdischen Beschleuniger-Ring, der mit supraleitenden Magneten bestückt ist, werden gegenläufig rotierende Protonenstrahlen mit einer Energie von etwa 7 Teraelektronenvolt aufeinandertreffen. Das Experiment soll dabei helfen, das so genannte Standardmodell der Teilchenphysik, das den innersten Aufbau der Materie beschreibt, zu erweitern. Das Modell ist unvollständig, weil es von einem masseerzeugenden Mechanismus ausgeht, der in Versuchen noch nicht abgesichert werden konnte. Deshalb ist eines der Hauptziele des LHC, die Existenz dieses sogenannten Higgs-Feldes zu beweisen – oder aber einen alternativen Mechanismus aufzudecken.

Kritiker hatten jedoch zu bedenken gegeben, dass sich bei den Kollisionen mikroskopisch kleine schwarze Löcher bilden könnten, die immer weiter anwachsen, und so schließlich die Erde verschlingen. Der US-Physiker Walter Wagner und sein spanischer Kollege Lois Sancho haben sogar eine Klage gegen die Inbetriebnahme des LHC eingereicht – allerdings "aus Kostengründen" nur beim Federal District Court in Honululu.

Nach einem Aufsatz, den zwei russische Mathematiker verfasst haben, besteht eine nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit, dass sich im Large Hadron Collider sogar Wurmlöcher bilden, berichtet das Magazin "New Scientist". Solche Wurmlöcher bilden so genannte geschlossen Raumzeit-Kurven – würden also so etwas wie Zeitreisen ermöglichen.

Der Start des LHC-Experimentes hatte sich nach baulichen Problemen immer wieder verzögert – nun könnte die Anlage jedoch bereits in etwa zehn Tagen in Betrieb genommen werden. Die NZZ hatte kürzlich berichtet, die CERN-Leitung plane nun einen "fliegenden Start".

Zum Start des LHC siehe auch:

(wst)