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Pikachu im Freizeitpark – ein Bericht vom Pokémon Go Fest 2019

Im Dortmunder Westfalenpark läuft noch bis Sonntag das erste europäische Pokémon Go Fest – mit vielen Besuchern, viel Spaß und ohne technische Probleme.

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Vom 4. bis zum 7. Juli läuft das erste Pokémon GO Fest auf europäischem Boden.

(Bild: Niantic)

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Das erste Pokémon Go Fest auf europäischem Boden findet seit Donnerstag im Dortmunder Westfalenpark statt. Spieler des nach wie vor größten AR-Mobilspiels finden dort Gleichgesinnte zum Tauschen oder Kämpfen; wer die den Teilnehmern gestellten Forschungsaufgaben erfüllt, kann abschließend das seltene mystische Pokémon Jirachi in seine Sammlung aufnehmen. Zusätzlich hat Niantic die Raten für etliche schillernde Falschfarbenvarianten erhöht, sodass auch Hardcore-Spieler noch was zu finden haben.

Während das erste Go Fest anno 2017 in Chicago noch in einem technischen Totalausfall endete und auch die bisherigen europäischen Safari-Zonen-Events 2017 und 2018 Mobilfunkverbindungen und Server in die Knie zwangen, gab es am ersten Tag in Dortmund keine nennenswerten technischen Probleme. Das dürfte nicht nur an einer verstärkten technischen Infrastruktur gelegen haben, sondern auch an einem schlaueren Event-Konzept.

Anders als bei den bisherigen kostenlosen europäischen Events, die an einem oder zwei Tagen stattfanden und zu denen jeder interessierte Spieler schlicht vor Ort auftauchen musste, musste man diesmal im Vorfeld ein Ticket für einen der vier Veranstaltungstage kaufen. Dadurch hat Niantic eine Maximalzahl an Spielern pro Tag festgelegt; und weil sich jeder Account nur für einen Tag ein Ticket sichern konnte, kommen mehr Spieler in den Genuss des Events – wenngleich freilich die Tickets sehr begehrt waren und man sich in einer Verlosung um den Kauf bewerben musste. Ohne Ticket kommt man dieses Jahr nicht in den Westfalenpark, und ohne Ticket sieht man auf dem Gelände auch keine Monster – man kann nicht einmal mit anderen Spielern einen Tausch durchführen.

Zusätzlich sind die Aufgaben so angelegt, dass es keine Ballungen von Spielern an bestimmten Stellen des Westfalenparks gibt: Im Park sind sogenannte Habitate verteilt, in deren Umgebung jeweils nur Pokémon eines gewissen Typs erscheinen, und zum Lösen der Aufgaben muss der Spieler Pokémon aller Typen fangen. Die Monsterchen gibt es natürlich nur im Spiel, in der realen Welt sind an den jeweiligen Orten allerdings Installationen aufgebaut, die an Attraktionen aus Freizeitparks erinnern (siehe Bilderstrecke).

Nicht alle Souvenirs muss man beim Go-Fest kaufen. Kopfschmuck in Form der beiden Pokémon Pikachu und Evoli gibt es an den Infoständen kostenlos.

Zum vollständigen Erfüllen der Sonderforschung muss man den Park insgesamt zweimal durchlaufen; alle Spieler sind deshalb in ihrem eigenen Tempo permanent in Bewegung. Größere Spieleransammlungen tauchten nur dort auf, wo sich Spieler am Wegesrand sammelten: dort gab es Schatten für einen selbst und den Smartphone-Bildschirm.

Weiter verteilt hat Niantic die Besuchermassen durch den Verkauf von zwei Arten von Tickets. Mit dem regulären Ticket für 25 Euro konnte man ab 10 Uhr spielen, mit dem Early-Access-Ticket hingegen schon ab 8 Uhr. Lange Schlangen suchte man an den Eingängen vergeblich, da alle Spieler schon ab 7 Uhr in den Park durften – die Pokémon sind aber jeweils erst zu dem Zeitpunkt des erworbenen Tickets im Spiel aufgepoppt.

Wer unbedingt Schlange stehen will, kann dies vor den Merchandising-Ständen tun, die im Park verteilt liegen. Das Angebot reicht von Niantic-Turnbeuteln (13 Euro) über ausgewählte Plüsch-Monster und Pokémon-Geldbeutel (je 16 Euro) bis hin zum Event-spezifischen T-Shirt (30 Euro). Gegen Mittag waren die ersten Plüschmonster schon ausverkauft; es soll aber für jeden Tag ein gewisses Kontingent geben.

Pokémon GO Fest 2019 in Dortmund (12 Bilder)

Bestes Wetter, toller Park, gute Organisation

Drei Team-Lounges und mehrere typische Pokémon-Habitate warten im Westfalenpark auf die Besucher. Die verteilten sich durch klug gestellte Aufgaben automatisch auf das ganze Gelände.

Unmut kam bei einigen Spielern auf, weil bei den Einlasskontrollen sämtliche Getränke mit mehr als 0,33 Litern Inhalt aussortiert wurden – das hätte aber jeder der Mail entnehmen können, mit der sein Ticketkauf bestätigt wurde. Immerhin: Als Alternative zum Getränkekauf an Buden kann man leere Behälter an vielen Stellen im Park kostenlos mit Leitungswasser befüllen – oder man holt sich dafür am Merchandising-Stand die stilechte 0,5-Liter-Pokémon-Aluflasche für 25 Euro.

Gut 20.000 Besucher pro Tag kann der Westfalenpark locker verkraften. Im letzten Jahr waren es auf Dortmund verteilt 170.000 Spieler an zwei Tagen. Konkrete Angaben zu den diesmal verkauften Tickets hat Niantic vorab nicht gemacht; auch vor Ort gab es keine offizielle Ansage zu den Besucherzahlen. Ein ursprünglich geplantes Interview zur technischen Infrastruktur, die zum Stemmen eines solch großen AR-Events notwendig ist, wurde leider kurzfristig durch Niantic abgesagt. Die Informationen hätten wir sonst gerne an dieser Stelle weitergegeben – womöglich möchte Niantic für andere Anbieter von AR-Spielen keine kostenlose Vorarbeit leisten. Da davon auszugehen ist, dass die Tickets gleichmäßig auf alle vier Veranstaltungstage verteilt wurde, dürften Pokémon-Fans durchgängig ein reibungsloses Go-Fest in Dortmund erleben.

All diejenigen Pokémon-Go-Spieler, die kein Ticket ergattern konnten oder wollten, müssen nicht auf Jirachi verzichten: Sobald die diesjährige Serie an Pokémon-Go-Festen Mitte August vorbei ist, dürfte analog zum letztjährigen Go-Fest-Monster Celebi eine Spezialforschung für alle Spieler anstehen. Ihre Aufgaben werden allerdings andere sein – die Teilaufgabe "fange drei Icognito" wäre abseits von Events eine arge Spaßbremse. (mue)