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Pink-out: Scherz-Extension für Widerstand gegen Telekoms Magenta

Die Telekom hat sich Magenta markenrechtlich schützen lassen und pocht auf dieses Recht. Nun regt sich Widerstand – samt Pink-Verbannung im Web.

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(Bild: Screenshot mit Pink-out-Extension.)

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Die Extension Pink-out ersetzt im Webbrowser mit nur einem Klick jegliches Magenta gegen Grau. Damit soll das Web laut den Entwicklern rechtskonform werden. Denn die Telekom hat sich bekanntlich vor vielen Jahren die Farbe markenrechtlich schützen lassen – und verteidigt dieses Recht auch zuweilen mittels Einstweiliger Verfügungen. Dagegen wehrt sich nun ein Unternehmen aus den USA. Allerdings auch mit gewissem Humor.

Die Extension, die es nur für Chrome gibt, macht aus knalligem Pink ein schnödes Grau. Installiert man das Plugin, das auf der Plattform Product Hunt zu finden ist, erscheint in der Browser-Leiste rechts ein pinkes beziehungsweise graues Kästchen. Klickt man darauf, wendet man entweder den Filter an oder behält die Originalfarben. Farbabweichungen in Richtung Lila und Rot bleiben bestehen, aber nur, wenn ganz klar auszuschließen ist, dass das angezeigte Pink wirklich nicht zu nah an der geschützten Telekom-Farbe liegt.

Hintergrund ist, dass der US-Versicherungsanbieter Lemonade auf den deutschen Markt gekommen ist und prompt eine Abmahnung von der Telekom wegen der Nutzung der Farbe Pink erhielt, wie ein Sprecher dem Portal TechCrunch bestätigte. Die Seite des Anbieters ist in Europa nun stattdessen rot, allerdings baue die gesamte Markenstrategie eigentlich auf dem pinken Logo auf. Und das Pink von Lemonade sei nicht mal exakt das Magenta der Telekom, das die Bezeichnung RAL 4010 trägt. Die Telekom wolle sich laut dem Artikel zunächst nicht zu dem Fall äußern.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Telekom gegen die Verwendung ihrer Markenfarbe rechtliche Schritte einleitet. Das Patent auf die Nutzung der Farbe Magenta hat das Unternehmen bereits seit 1995. Neben der Pink-out-Extension hat Lemonade den Hashtag #freethepink ins Leben gerufen. Lemonade-CEO Daniel Schreiber sagt, er fühle sich, als stecke er in einem Disney-Film, in dem er gegen einen Bösewicht antreten müsse.

(emw)