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Pioneer backt Blu-ray Disc mit 400 GByte

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Der japanische Laufwerkshersteller Pioneer hat im Labor den ersten Prototyp einer Blu-ray Disc entwickelt, die 400 GByte auf einer Seite speichern kann. Dazu überlagerten die Forscher 16 Speicherschichten mit jeweils 25 GByte. Bisheriger Rekordhalter TDK hatte lediglich 200 GByte auf 6 bis 8 Speicherschichten unterbringen können.

Laut Pioneer sei es vor allem schwierig gewesen, aus dem Schichtensandwich ein brauchbares optisches Signal zu extrahieren. Die neue Linsentechnik könne aber die Abbildungsfehler des Lesesignals (spherical aberation) besonders gut ausgleichen und die Übersprechungs- und Transmissionsverluste minimieren, sodass der optische Sensor selbst von der hintersten Schicht noch ein gutes Signal erhalten würde.

Der Prototyp dürfte vor allem der Marketing-Abteilung von Pioneer in die Hände spielen. Ob eine solche 16-schichtige Blu-ray Disc allerdings jemals in Produktion geht, darf beim derzeitigen Stand der Technik bezweifelt werden. Aktuelle Blu-ray Discs können auf zwei Schichten 50 GByte speichern. Allerdings sinkt die Produktionsausbeute mit jeder weiteren Speicherschicht dramatisch, sodass eine wirtschaftlich tragbare Massenproduktion in weiter Ferne liegt.

Nachbessern müsste man auch bei den Transferraten. Würde man die 400-GByte-Disc mit einfachem Tempo beschreiben (entspricht bei der Blu-ray Disc 4,5 MByte/s), dann bräuchte ein Brenner rund 25 Stunden, bis die Scheibe gefüllt wäre. Aufgrund von Drehzalbeschränkungen rechnet man derzeit damit, dass die Blu-ray Disc zukünftig maximal mit 12X beschrieben oder gelesen können wird. Deshalb ist es wahrscheinlicher, dass die von Pioneer entwickelte Technik statt bei der Blu-ray Disc in kommenden Generationen neuartiger optischer Speichermedien eingesetzt wird. (hag)

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