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Piratenpartei wird doch auf Xing-Plattform zur Bundestagswahl berücksichtigt

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Das auf Geschäftskontakte spezialisierte Social Network Xing hat auf das rege Echo von Anhängern der Piratenpartei auf die Einrichtung einer Plattform in dem Netzwerk zur Bundestagswahl reagiert. Xing habe gestern Abend der Piratenpartei das Angebot gemacht, eine eigene Gruppe einzurichten, sagte Firmensprecher Thorsten Vespermann gegenüber heise online. Zuvor gab es nur eigene Abteilungen für die im Bundestag in Fraktionsstärke vertretenen Parteien. Xing mache nun eine Ausnahme von der Regel, werde aber eventuelle Nachfragen anderer Parteien individuell prüfen.

"Als Web-2.0-Unternehmen nehmen wir das Feedback ernst und hören auf unsere User – wie wir es bereits in der Vergangenheit getan haben", schreibt Vespermann im Weblog auf Xing, das momentan nicht erreichbar ist. "Daher haben wir uns entschlossen, dass diese Ausnahme sinnvoll ist, und unterbreiten der Piratenpartei gerne dasselbe Angebot wie den anderen im Bundestag vertretenen Parteien." Es werde aber auch in Zukunft keinen Platz für radikale Gruppierungen auf Xing geben.

Die Piratenpartei weist auf ihrer Website auf die Vorgeschichte der Zulassung hin, die "erneut die aktuelle politische Wucht der deutschen Internet-Gemeinde demonstriert" habe. Die Partei bezieht sich damit unter anderem auf die gestern mit der Wahlplattform gestartete "Sonntagsfrage" im – momentan ebenfalls nicht erreichbaren – Wahlbarometer, die ein Ergebnis von über 80 Prozent für "sonstige Parteien" gebracht hat. Auch haben sich viele Anhänger der Piratenpartei im Xing-Weblog geäußert. Die vielen Nachfragen hätten den Xing-Server versagen lassen. Eine ähnliche Situation habe es bereits im Juni gegeben, als das Social Network StudiVZ politische Profile ohne die Piratenpartei angelegt, nach zahlreichen Nutzeranfragen ihr aber ein eigenes Wahlkampfprofil bewilligt habe. (Andreas Wilkens) / (anw)

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