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Technology Review

Pixel-Crash sorgt für Ernüchterung bei NASA

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Im Flug zeigte sich "Pixel" von der besten Seite - die Landung indes geriet zum Beinbruch.

Ein Erfolg hätte den Entwicklern des stilisierten Mondlande-Moduls "Pixel" viel Geld eingebracht: Insgesamt zwei Millionen US-Dollar hat die US-Raumfahrtbehörde NASA für die Bewältigung der sogenannten "Lunar Lander Analog Challenge" ausgelobt. Aufgabe des Wettbewerbs für private Raumfahrt-Entwicklerteams ist der Bau eines Fluggeräts mit Raketenantrieb, das in der Lage ist, vertikal von der Erde aufzusteigen, einige Zeit in der Luft zu bleiben und schließlich auf einem mondoberflächenähnlichen Terrain sicher zu landen.

Insgesamt fünf Teams hatten sich für den von der X-Prize Foundation koordinierten Wettbewerb aus dem Centennial-Challenge-Programm ("Jahrhundert-Herausforderungen") der NASA angemeldet – zum Showdown am vergangenen Wochenende in Las Cruces (New Mexico) trat allerdings nur das von Armadillo Aerospace konzipierte Modul "Pixel" an, ein aus Aluminium gefertigtes Fluggerät mit vier ballonförmigen Tanks (zwei mit Ethanol gefüllt, zwei mit flüssigem Sauerstoff) auf vier Stelzen, das per Funk gesteuert wird.

Drei Versuche unternahmen die Armadillo-Ingenieure, um wenigstens die mit 500.000 US-Dollar dotierte Stufe 1 der "Lunar Lander Analog Challenge" zu schaffen. Dafür musste das Fluggerät nach dem Senkrechtstart eine Höhe von 50 Meter erreichen und mindestens 90 Sekunden in der Luft bleiben, bevor es zentimetergenau auf einem 100 Meter entfernten Landeplatz senkrecht niederschweben sollte. Dort durfte das Modul aufgetankt werden, bevor es unter gleichen Voraussetzungen wieder den Rückflug antreten musste.

Kurz vor dem Start wird "Pixel" mit Ethanol und flüssigem Sauerstoff betankt.

"Pixel" schaffte bereits im ersten Anlauf den Hinweg, am Ziel brach jedoch eines der Landebeine weg und das Modul kippte um, was den geforderten Rückflug verhinderte. Über Nacht reparierten die Armadillo-Leute das Fluggerät notdürftig und passten die Software den geänderten Bedingungen an. Auch beim zweiten Versuch schaffte die Maschine den Hinweg, doch erneut kippte das Modul am Ziel um. Da zuvor nur zwei Landebeine den Zielkorridor berührt hatten, war auch dieser Versuch gescheitert.

Zum Fiasko geriet schließlich der dritte und letzte Anlauf: Bereits beim Start kam "Pixel" in eine gefährliche Schieflage, was die Sensorsysteme an Bord mit einem Notaus der Triebwerke quittierten; das Modul stürzte zu Boden und fing Feuer. Für die Ingenieure um John Carmack endete damit ein mehrmonatiges Projekt, in das mit Geld des Sponsors Nvidia rund 200.000 US-Dollar investiert wurden. "Pixel ist ausgezählt und wird so wahrscheinlich nie mehr wieder fliegen", erklärte ein sichtlich niedergeschlagener Carmack. Im kommenden Jahr werde sein Team mit einer verbesserten Konstruktion aber erneut an den Start gehen.

Im Rahmen ihres Centennial-Challenge-Programms lobt das Exploration Systems Mission Directorate (ESMD) der NASA regelmäßig hoch dotierte Preise aus, die private Entwicklerteams motivieren sollen, intelligente Lösungen für unterschiedlichste Probleme der Raumfahrt zu entwickeln. Von der "Lunar Lander Analog Challenge" verspricht sich die Raumfahrtbehörde vor allem neue Ideen für den Bau von Mondlande-Modulen. Expeditionen zum Erdtrabanten haben nicht nur die USA, sondern auch China und Japan geplant. (pmz)

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