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Pixelpark warnt vor substanziellem Verlust

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Die Berliner Pixelpark AG gerät unter anderem durch die Insolvenz einer Beteiligung in finanzielle Bedrängnis. Es sei mit einem Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals zu rechnen, warnte der neue Vorstand des New-Economy-Veteranen in einer Pflichtmitteilung vom heutigen Donnerstag. Als Ursachen gibt das Unternehmen die Insolvenz der Hamburger Emprise AG, an der Pixelpark mit knapp 30 Prozent beteiligt ist, sowie Rückstellungen für die Konzernsanierung und Abschreibungen an. Dem Aktiengesetz folgend will der Vorstand nun eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Im Halbjahresbericht 2008 ist das Eigenkapital der Aktiengesellschaft mit 22,3 Millionen Euro ausgewiesen.

Pixelpark unterzieht sich derzeit einer umfangreichen Restrukturierung und hatte sich zur Finanzierung im vergangenen Herbst frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt. Bereits im Halbjahresbericht 2008 hatte das Unternehmen Wertberichtungen bei bilanzierten Firmenwerten vornehmen müssen und dafür 9,6 Millionen Euro abgeschrieben. Durch die gestern angemeldete Insolvenz der Emprise AG drohen nun weitere Abschreibungen. Der Hamburger IT-Dienstleister steht bei Pixelpark mit über 2 Millionen Euro in den Büchern. Zudem sollen die Berliner den Hamburgern einige Kredite über insgesamt 1,2 Millionen Euro gewährt haben.

Die Emprise AG hatte wegen Zahlungsunfähigkeit am Mittwoch beim Hamburger Amtsgericht die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Das Unternehmen hatte im Rahmen seiner Sanierungsbemühungen bei der Suche nach neuen Investoren kurz zuvor einen Rückschlag hinnehmen müssen. Ein ungenannter Investor hatte sich im Dezember grundsätzlich bereit erklärt, die Aktienmehrheit zu übernehmen, dies aber an Bedingungen geknüpft. In der vergangenen Woche waren die Verhandlungen gescheitert, nach Unternehmensangaben aufgrund "fehlender Beiträge weiterer Investoren". Die Bemühungen um eine Sanierung sollen ebenso fortgeführt werden wie der Geschäftsbetrieb der Tochtergesellschaften.

Die Pixelpark AG kommt damit nach bewegter Vergangenheit weiter nicht zur Ruhe. Nach einer spektakulären Elefantenhochzeit mit dem Konkurrenten E7 war der Kommunikationsdienstleister im Jahr 2007 wieder in die roten Zahlen gerutscht. Ein Versuch, das Kerngeschäft in Form der Kommunikationsparte zu verkaufen, war im Sommer vergangenen Jahres gescheitert. Daraufhin nahm im September der langjährige CEO Michael Riese aufgrund "unterschiedlicher Auffassungen" seinen Hut. (vbr)