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Pläne für Marskolonie: Studie prophezeit Scheitern von "Mars One"

Eigentlich will "Mars One" bereits im kommenden Jahrzehnt Astronauten entsenden, die den Mars kolonisieren sollen. Forscher haben nun errechnet, dass das entweder tragisch scheitern oder deutlich teurer werden wird als geplant.

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Pläne für Marskolonie: Studie prophezeit Scheitern von "Mars One"

Die private Initiative "Mars One" will 2024 Menschen ohne Rückfahrkarte zum Mars fliegen und dort eine Kolonie gründen lassen. Doch nun haben Forscher nachgerechnet und prognostizieren den Plänen ein tragisches Ende. Wie The Atlantic berichtet, kommen Doktoranden am MIT (Massachusetts Institute of Technology) in einer Studie zu dem Ergebnis, dass nach etwa 68 Tagen das erste Missionsmitglied sterben würde. Grund sei der zu geringe Partialdruck des Sauerstoffs, dessen Anteil durch die an Bord wachsenden Pflanzen zu stark wachsen würde. Mit derzeit verfügbarer Technik ließe sich das Problem nicht lösen.

Schon 2026 will Mars One die Kolonie aufstocken.

(Bild: mars-one.com)

Weil die Initiatoren des Projekts, das bereits um Astronauten wirbt, die Ernährung durch den Anbau von Nahrung sichern will, würden sich ganz spezielle Schwierigkeiten ergeben, schreiben die Forscher. Die nachwachsenden Pflanzen an Bord würden demnach den Sauerstoffanteil in der Bordatmosphäre so stark steigen lassen, dass unter anderem die Feuergefahr zu groß werden würde. Deswegen würde Stickstoff manuell hinzugefügt, was aber nicht lange genug möglich sei, da die Vorräte bald zur Neige gehen würde. Deswegen würden die Astronauten schließlich ersticken.

Als Alternative zu diesem Szenario würde sich demnach nur anbieten, dass entweder alle Nahrung von der Erde mitgebracht oder in einem externen Habitat angebaut würde. Die Forscher haben nun errechnet, dass es deutlich günstiger wäre, die Lebensmittel einfach mitzubringen. Dafür wären aber 15 Starts einer der geplanten Raketen vom Typ Falcon Heavy (SpaceX) notwendig, die alleine insgesamt rund 4,5 Milliarden US-Dollar kosten würden. Mit den geplanten weiteren Kolonisten würde dieser Preis danach sogar noch steigen, statt zu fallen. Außerdem schreiben die Forscher, dass eine sehr große Menge an Ersatzteilen mitgeführt werden müsste. Insgesamt 62 Prozent der ursprünglich transportierten Masse müsste demnach aus Ersatzteilen bestehen, wenn die Kolonie zehn Jahre bestehen soll.

In einer Erklärung haben die Forscher unterdessen darauf hingewiesen, dass sie mit den öffentlich verfügbaren Angaben der Initiative beziehungsweise anhand der Möglichkeiten aktueller Technik gearbeitet haben. Der Chef von Mars One, Bas Lansdorp, hat ihre Berechnungen gegenüber The Atlantic bereits als falsch zurückgewiesen. Wegen mangelnder Unterstützung durch sein Team (aus Zeitmangel) und fehlender Erfahrung auf ihrer Seite, seien sie zu falschen Ergebnissen gekommen. Details dazu habe er aber nicht genannt. Sein Unternehmen sammelt derzeit Bewerbungen möglicher Kolonisten und will bereits 2015 die Kandidaten auswählen, die mit dem Vollzeit-Training beginnen sollen. (mho)